Kommunikationstipps

Fachpraxis für systemische Paarberatung und systemische Sexualberatung

Folgende 11 Kommunikationsempfehlungen erleichtern gute Gespräche:

Kommunikationtipps

  • Sprechen ist besser als Schweigen, weil dadurch Phantasien entstehen, ein Entzug von Zuwendung bedeutet und Missverständnisse fördert. Ein Wort kann von zwei Menschen völlig unterschiedlich verstanden und bewertet werden, wodurch unterschiedliche Assoziationen und gedankliche Vorstellungen ausgelöst werden. Sprechen verbindet eher, als dass es trennt. Zeigen Sie sich, wie Sie wirklich sind. Es ist besser sich mitzuteilen, anstatt Dinge oder Gefühle zu verheimlichen, wie z.B.: „Während ich das sage, bin ich ganz aufgeregt.“ Sie sparen viel Energie, weil Sie sich künftig nicht mehr tarnen müssen. Sie können von einem anderen Mensch nicht erwarten, dass er Ihre Gedanken lesen kann, so nach dem Motto: „Wenn Du mich wirklich kennen würdest, hättest Du bemerkt...“. Seien Sie in ihren Worten der, der Sie sind, stehen Sie zu sich selbst und versuchen Sie nicht so zu sein, wie Sie in den Augen des Anderen sein sollen.
  • Entwickeln Sie eine „Kultur des Streitens“, bei der man auch Gefühle zeigen darf. Wenn Sie Konflikte als Chance sehen können, um von anderen Rückmeldungen und Anstöße zu erhalten, sich gegenseitig zu befruchten und zu inspirieren, kann Sie das positiv inspirieren. Das Negative an Konflikten ist selten der Konflikt oder die Ursache selbst, sondern eher die Art der Austragung, wenn es vorwiegend um Siegen oder Verlieren geht oder „Schuldige“ entlarvt werden sollen.
  • Beschreiben Sie, statt zu bewerten oder zu etikettieren. Verzichten Sie unbedingt darauf, andere abzuwerten, zu bezichtigen, anzuklagen, anzugreifen, Fehler nachzuweisen oder ihr Verhalten zu interpretieren, wie z. B. durch entmündigendes Gedankenlesen: „Ich weiß, was mit Dir los ist.“ „Das sagst Du nur, weil....“ Hinterfragen Sie die Unterstellungen anderer. Beispiel: „Wenn Du wüsstest, wie sehr mir das weh tut...“ Frage: „Woran erkennst Du, dass ich das nicht weiß?“. Behandeln Sie die Ihnen Nahestehenden mit mindestens genau so viel Respekt wie einen Fremden.
  • Sprechen Sie möglichst von sich selbst. Senden Sie „Ich-Botschaften“. Vorsicht: Der Satz „Ich finde, dass Du mich bloß stellst“ ist und bleibt ein Angriff. Beschreiben Sie, was das Verhalten anderer bei Ihnen auslöst: „Es tut mir weh, wenn Du...“. Sprechen Sie über Gefühle und nicht über Bewertungen. Sofern Sie unbedingt den anderen beschreiben wollen, beschränken Sie sich darauf dessen Verhalten und nicht seine ganze Persönlichkeit zu beschreiben. Beispiel: „Du tust gerade...“ statt „Du bist rücksichtslos, unfähig, unmusikalisch...“. Damit dringen Sie nicht in den anderen ein, sondern lassen ihm Raum zu weiterer Entwicklung. Sie stülpen ihm damit keine Eigenschaften über, die meist nach etwas Unveränderlichem klingen, sondern lassen ihm die Möglichkeit sich zu erklären. Stärken Sie lieber den anderen, statt ihn klein zu machen. Machen Sie ehrliche (!) Komplimente.
  • Offenbaren Sie die Interessen, die Sie verfolgen und besprechen Sie, inwieweit diese mit den Interessen des Partners vereinbar sind.
  • Übernehmen Sie die Verantwortung für ihre Gefühle für das, was Sie hören. Die Bedeutung einer Botschaft bestimmt immer der Empfänger. Kommunikation gelingt besser, wenn diese Subjektivität beachtet wird. Der Rahmen der Kommunikation, der Kontext, das verbale sowie nonverbale Verhalten spielen natürlich auch eine Rolle.
  • Vermeiden Sie die 3 b’s ( bewerten, belehren, beschämen), vermeiden Sie Ratschläge, weil angefragte Ratschläge mehr Schläge sind als Rat), vermeiden Sie Vorwürfe, bleiben Sie beim Thema und sprechen Sie in der ICH – Form
  • Sprechen Sie Ihre Wünsche aus. Wünschen Sie sich etwas? Sprechen Sie es exakt aus. Der Partner kann Ihre Wünsche nicht unbedingt immer spüren und wissen, was Sie wollen.
  • Sprechen Sie von sich und Ihren momentanen Gefühlen/Empfindungen. Dozieren Sie nicht und rechtfertigen Sie sich nicht. Es ist besser, wenn Sie Ihre Position erläutern und die Meinung des anderen stehen lassen. Das ist eine Frage der Toleranz, die man sich gegenseitig bietet.
  • Lassen Sie den Anderen ausreden. Fallen Sie dem Anderen nicht ins Wort, sondern hören zuerst einmal aufmerksam zu. Formulieren Sie nicht schon eine Antwort, während der Andere spricht, sondern bleiben Sie achtsam. Fassen Sie sich kurz. Sprechen Sie von sich und nicht von anderen.
  • Vermeiden Sie ein „Muss“. Jedes „das macht man nicht“, jedes „du kannst doch nicht“, provoziert lediglich Widerstand und bringt Sie im Gespräch nicht weiter, sondern ist ein sogenannter „Gesprächskiller“.