Vertrauensbruch in der Beziehung – was jetzt möglich ist

 

Lesezeit: ca. 20 Minuten | Verfasst von: Bernd Nickel

Ein Vertrauensbruch in der Beziehung erschüttert Nähe, Sicherheit und Orientierung. Viele Betroffene fragen sich: Kann Vertrauen zurückkommen, oder ist etwas unwiderruflich zerstört worden?

Dieser Ratgeber zeigt, was nach einem Vertrauensbruch realistisch möglich ist. Er beleuchtet, unter welchen Bedingungen Vertrauen zurückkommen kann, wo Grenzen liegen und welche Schritte hilfreich sind.


Was ist ein Vertrauensbruch?

Ein Vertrauensbruch liegt vor, wenn vereinbarte oder stillschweigend vorausgesetzte Erwartungen in der Beziehung gebrochen werden. Das kann eine Affäre sein, das Verheimlichen wichtiger Informationen, finanzielle Unehrlichkeit oder das Brechen von Absprachen in zentralen Lebensbereichen.

Entscheidend ist nicht die objektive Schwere des Ereignisses, sondern wie es von beiden Partnern erlebt wird. Was für den einen eine Kleinigkeit ist, kann für den anderen das Fundament der Beziehung erschüttern. Vertrauensbrüche wirken deshalb so tief, weil sie die Grundannahme infrage stellen: „Ich kann mich auf dich verlassen."

Typische Formen von Vertrauensbrüchen

  • Sexuelle Untreue: Affären, Seitensprünge, heimliche Kontakte
  • Emotionale Untreue: Intensive Außenbeziehungen ohne sexuelle Komponente
  • Finanzielle Unehrlichkeit: Verschuldung, heimliche Ausgaben, verschwiegene finanzielle Entscheidungen
  • Lebenslügen: Verheimlichen wesentlicher biografischer Fakten, Doppelleben
  • Gebrochene Versprechen: Wiederholte Nichteinhaltung wichtiger Absprachen

Die Phasen nach einem Vertrauensbruch

Nach einem Vertrauensbruch durchlaufen Paare typischerweise verschiedene Phasen. Diese sind nicht streng getrennt und verlaufen nicht immer linear. Manche Paare pendeln zwischen den Phasen hin und her, bevor Klarheit entsteht. Die Kenntnis dieser Phasen kann helfen, das eigene Erleben einzuordnen.

Phase 1: Schock und Fassungslosigkeit

Die erste Phase ist geprägt von Schock, Ungläubigkeit und dem Gefühl, dass die bisherige Realität zusammenbricht. Viele Betroffene berichten von einem Gefühl der Unwirklichkeit: „Das kann nicht sein", „Ich kenne dich nicht mehr."

Typische Reaktionen sind emotionale Taubheit oder überwältigende Gefühle, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und körperliche Unruhe. Auch Gedankenkreisen, Verleugnung und das Pendeln zwischen Wut, Trauer und Hoffnung gehören dazu.

Für den Partner, der das Vertrauen gebrochen hat: Auch Sie erleben oft einen Schock – über die Reaktion des Partners, über die eigene Tat oder darüber, dass etwas ans Licht gekommen ist.

Phase 2: Emotionale Achterbahn

Nach dem ersten Schock setzt oft eine intensive emotionale Phase ein. Wut, Trauer, Enttäuschung, Hoffnung und Verzweiflung können sich innerhalb kurzer Zeit abwechseln. Diese emotionale Intensität ist anstrengend für beide Partner.

Häufige Dynamiken sind Kontrollversuche, Rückzug und Distanz, Vorwürfe und Rechtfertigungen. Manche Paare erleben paradoxerweise intensive körperliche Nähe. Diese Phase kann Wochen oder Monate dauern und ist kein Zeichen dafür, dass die Beziehung nicht zu retten ist.

Phase 3: Fragen und Verstehen wollen

Wenn die erste emotionale Welle abebbt, setzt häufig das Bedürfnis ein, zu verstehen: Warum ist es passiert? Was hat gefehlt? Wie konnte das geschehen? Diese Phase ist gekennzeichnet durch intensive Gespräche und das Bedürfnis nach Details.

Stolpersteine: Zu viele Details können neue Bilder im Kopf erzeugen, die schwer zu verarbeiten sind. Oft gibt es keine einfache Antwort auf das „Warum". Die Versuchung ist groß, einen Schuldigen zu suchen – das verhindert aber oft, die Beziehungsmuster zu verstehen.

Phase 4: Entscheidungsdruck

Nach einiger Zeit entsteht oft Druck, eine Entscheidung zu treffen: bleiben oder gehen? Verzeihen oder Schluss machen? Viele wünschen sich Klarheit – doch die Ambivalenz bleibt oft lange bestehen.

Typische innere Konflikte: „Ich will verzeihen, aber ich kann nicht." „Ich will gehen, aber ich schaffe es nicht." „Manchmal ist alles gut, dann kommt die Wut wieder hoch." Ambivalenz ist in dieser Phase normal. Manche Paare benötigen Monate, andere Jahre, um Klarheit zu gewinnen.

Phase 5: Neuorientierung oder Trennung

In dieser Phase kristallisiert sich heraus, welchen Weg das Paar einschlägt. Entweder entsteht eine neue Form der Beziehung – mit anderen Regeln, mehr Transparenz, neuem Vertrauen – oder die Entscheidung zur Trennung wird klar.

Wenn das Paar zusammenbleibt: Es geht nicht darum, zur alten Beziehung zurückzukehren. Die Beziehung nach einem Vertrauensbruch ist eine andere. Manche Paare berichten, dass ihre Beziehung durch die Krise intensiver und ehrlicher geworden ist.

Wenn die Trennung kommt: Auch eine Trennung kann eine Form der Neuorientierung sein. Sie bedeutet nicht, dass die Beziehung gescheitert ist.

Kann Vertrauen zurückkommen?

Die zentrale Frage, die viele Paare beschäftigt: Kann Vertrauen nach einem Bruch je wieder so sein wie vorher?

Ehrliche Antwort: Das alte Vertrauen – jenes naive, selbstverständliche Vertrauen – kommt meist nicht zurück. Aber es kann ein neues Vertrauen entstehen. Ein Vertrauen, das bewusster ist, das sich auf Erfahrungen stützt und das immer wieder neu bestätigt wird.

Was neues Vertrauen bedeutet

  • Es ist kein blindes Vertrauen mehr, sondern ein bewusstes Sich-Einlassen
  • Es basiert nicht auf Idealvorstellungen, sondern auf realistischen Erwartungen
  • Es wird nicht vorausgesetzt, sondern aktiv aufgebaut
  • Es ist fragiler und benötigt mehr Pflege
  • Es kann belastbarer sein, weil beide Partner um seine Bedeutung wissen

Voraussetzungen für den Wiederaufbau von Vertrauen

Damit Vertrauen neu entstehen kann, braucht es bestimmte Bedingungen. Ohne diese Voraussetzungen bleibt der Vertrauensaufbau meist ein frustrierendes Unterfangen.

Vollständige Offenlegung

Der Partner, der das Vertrauen gebrochen hat, muss bereit sein, vollständig offen zu sein. Halbwahrheiten, Lügen „zum Schutz" oder verschwiegene Details untergraben jeden Neuanfang. Oft kommt die Wahrheit später doch ans Licht – und dann ist das neu aufgebaute Vertrauen wieder zerstört.

Echte Übernahme von Verantwortung

Verantwortung übernehmen bedeutet nicht nur „Ja, ich habe es getan". Es bedeutet auch: „Ich sehe, welchen Schmerz ich verursacht habe. Ich verstehe, warum du so reagierst. Ich bin bereit, die Konsequenzen zu tragen."

Keine Verantwortungsübernahme sind: „Es war doch nur..." (Bagatellisierung), „Du hast mich dazu getrieben..." (Schuldzuweisung), „Andere machen das auch..." (Relativierung), „Es bedeutet mir doch nichts..." (Abwertung).

Konsequentes Verhalten über längere Zeit

Vertrauen entsteht durch Erfahrung. Der Partner, der das Vertrauen gebrochen hat, muss über Monate hinweg berechenbar, verlässlich und transparent sein. Ein einmaliges „Ich ändere mich" reicht nicht.

Bereitschaft des verletzten Partners

Auch der verletzte Partner muss bereit sein, dem anderen eine Chance zu geben. Das bedeutet nicht, sofort zu verzeihen. Aber es bedeutet, die Tür offen zu lassen und dem anderen zu ermöglichen, Vertrauen zurückzugewinnen.

Veränderung der Beziehungsmuster

Oft sind Vertrauensbrüche nicht isolierte Ereignisse, sondern Ausdruck tiefer liegender Beziehungsprobleme. Wenn diese Muster nicht verändert werden, bleibt die Gefahr, dass sich ähnliche Situationen wiederholen.


Konkrete Handlungsschritte nach einem Vertrauensbruch

Für den verletzten Partner

  • Gefühle zulassen: Unterdrücken Sie nicht, was Sie fühlen. Wut, Trauer, Verzweiflung sind legitim.
  • Zeit nehmen: Setzen Sie sich nicht unter Druck, schnell zu entscheiden oder zu verzeihen.
  • Grenzen setzen: Was brauchen Sie jetzt? Mehr Informationen? Abstand? Transparenz? Kommunizieren Sie das klar.
  • Unterstützung suchen: Sprechen Sie mit Vertrauenspersonen oder holen Sie professionelle Hilfe.
  • Selbstfürsorge: Achten Sie auf sich – körperlich und emotional.

Für den Partner, der das Vertrauen gebrochen hat

  • Vollständige Ehrlichkeit: Legen Sie alles offen. Keine Halbwahrheiten mehr.
  • Geduld aufbringen: Ihr Partner benötigt Zeit. Drängen Sie nicht auf schnelles Verzeihen.
  • Transparenz schaffen: Seien Sie bereit, Ihr Leben offenzulegen – Handy, Termine, Kontakte.
  • Konsequent sein: Halten Sie Versprechen ein. Seien Sie zuverlässig.
  • Verantwortung tragen: keine Rechtfertigungen, keine Schuldzuweisungen.

Für beide Partner gemeinsam

  • Gespräche führen: Schaffen Sie Räume für Gespräche – nicht im Streit, sondern im Versuch, einander zu verstehen.
  • Beziehungsmuster erkennen: Was hat zum Vertrauensbruch beigetragen? Welche Dynamiken spielen eine Rolle?
  • Neue Regeln vereinbaren: Was braucht es jetzt? Welche Absprachen sind nötig?
  • Professionelle Unterstützung: Paartherapie kann helfen, den Prozess zu strukturieren.

Wann ist Vertrauen nicht wiederherstellbar?

Es gibt Situationen, in denen Vertrauen realistischerweise nicht wiederhergestellt werden kann. Das bedeutet nicht, dass die Beziehung zwingend enden muss – aber beide Partner müssen mit dieser Realität umgehen.

Klare Grenzen

  • Wiederholte Vertrauensbrüche: Wenn das Muster sich wiederholt und keine echte Veränderung stattfindet
  • Fehlende Reue: Wenn der Partner keine Verantwortung übernimmt
  • Fortdauernde Lügen: Wenn weiterhin Dinge verheimlicht oder neue Unwahrheiten erzählt werden
  • Gewalt oder Missbrauch: Bei körperlicher oder emotionaler Gewalt steht die Sicherheit an erster Stelle
  • Fehlende Bereitschaft zur Veränderung: Wenn einer oder beide nicht bereit sind, an der Beziehung zu arbeiten

Auch Trennung kann richtig sein

Manchmal ist die Entscheidung zur Trennung keine Niederlage, sondern ein Akt der Selbstfürsorge und Klarheit. Nicht jede Beziehung muss oder kann nach einem Vertrauensbruch weitergehen – und das ist in Ordnung.


Wie Paartherapie bei Vertrauensbruch hilft

Paartherapie nach einem Vertrauensbruch schafft einen geschützten Raum, in dem beide Partner ihre Perspektiven darlegen können. Die Therapeutin oder der Therapeut bleibt allparteilich und hilft, festgefahrene Muster zu durchbrechen.

Was Paartherapie leisten kann

  • Emotionen regulieren: Die emotionale Achterbahn wird eingeordnet und besprechbar gemacht
  • Kommunikation verbessern: Gespräche werden strukturiert, sodass sie nicht im Vorwurf enden
  • Muster erkennen: Beide Partner verstehen, welche Dynamiken zum Vertrauensbruch beigetragen haben
  • Entscheidungen klären: Die Therapie hilft, Klarheit zu gewinnen – ohne Druck in eine bestimmte Richtung
  • Neuaufbau begleiten: Wenn das Paar zusammenbleiben möchte, werden konkrete Schritte entwickelt

Warum systemische Paartherapie?

Systemische Paartherapie arbeitet nicht mit Schuldzuweisungen, sondern mit Beziehungsmustern. Statt zu fragen „Wer ist schuld?", fragen wir: „Welche Dynamiken haben zu dieser Situation geführt?" Das ermöglicht einen konstruktiven, lösungsorientierten Prozess.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert es, bis Vertrauen wieder aufgebaut ist?

Das ist sehr individuell. Manche Paare benötigen Monate, andere Jahre. Wichtig ist nicht die Dauer, sondern die Qualität des Prozesses. Wenn beide Partner aktiv daran arbeiten und sich die Beziehung verbessert, ist das ein gutes Zeichen – unabhängig davon, wie lange es dauert.

Soll ich meinem Partner verzeihen, auch wenn ich es nicht fühle?

Nein. Verzeihen ist kein Schalter, den man umlegt. Echtes Verzeihen entsteht über Zeit und durch positive Erfahrungen. Sie können sich dafür entscheiden, dem Partner eine Chance zu geben – aber das ist nicht dasselbe wie Verzeihen. Verzeihen muss von innen kommen.

Kann ich je wieder völlig vertrauen?

Das alte, naive Vertrauen kommt meist nicht zurück. Aber es kann ein neues, realistischeres Vertrauen entstehen – eines, das bewusster ist und auf Erfahrungen basiert. Manche Paare sagen, dass dieses neue Vertrauen sogar belastbarer ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Paartherapie?

Je früher, desto besser. Viele Paare warten zu lange und kommen erst, wenn die Situation bereits eskaliert ist. Paartherapie kann schon in der frühen Phase nach dem Vertrauensbruch helfen, den Prozess zu strukturieren und destruktive Muster zu vermeiden.

Ist es normal, dass ich zwischen Gefühlen hin- und herpendele?

Ja, absolut. Ambivalenz ist nach einem Vertrauensbruch vollkommen normal. Es ist kein Zeichen von Schwäche oder Unentschlossenheit, sondern ein natürlicher Teil des Verarbeitungsprozesses.

Jetzt Unterstützung holen

Ein Vertrauensbruch ist eine der schwersten Krisen, die eine Beziehung durchmachen kann. Sie müssen das nicht allein bewältigen. Wir unterstützen Sie dabei, Klarheit zu gewinnen – ohne Druck, ohne vorgefertigte Lösungen, passgenau für Ihre Situation.

Kontakt:
Bernd Nickel: +49 151 42482481
Doris Nickel: +49 162 8881955
E-Mail: post@erlebte-paarberatung.de


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Vertrauensbruch

Vertrauensbruch

Vertrauensbruch: Ein Wendepunkt für Wachstum und Verständnis

Vertrauen ist das Fundament jeder Beziehung, und ein Vertrauensbruch kann eine der größten Herausforderungen für Paare sein. Es ist ein Moment, der sowohl Schmerz als auch die Möglichkeit für tiefgreifendes persönliches Wachstum und verstärkte Partnerschaft bietet. Ein Vertrauensbruch in einer Paarbeziehung kann viele Formen annehmen, von Untreue über finanzielle Geheimnisse bis zu Lügen über persönliche Gewohnheiten. Unabhängig von der Art des Vertrauensbruchs sind die emotionalen Auswirkungen oft tiefgreifend und können zu einer ernsthaften Prüfung der Beziehung führen.

Das Besondere an einem Vertrauensbruch liegt in der Chance, die Beziehung auf einer ehrlicheren, offeneren und stärkeren Basis wieder aufzubauen. Paare, die bereit sind, die Arbeit zu leisten, können feststellen, dass ihre Beziehung nach der Überwindung eines Vertrauensbruchs stärker ist als zuvor. Die Wiederherstellung des Vertrauens erfordert Zeit, Geduld und die Bereitschaft beider Partner, sich ihren Ängsten zu stellen und sich für Veränderungen zu öffnen.

Die systemische Paarberatung bietet einen Rahmen, um die Ursachen und Auswirkungen eines Vertrauensbruchs zu verstehen und Strategien zu entwickeln, um das Vertrauen wiederherzustellen. Es ist ein Prozess, der Paaren hilft, ihre Kommunikation zu verbessern, Empathie zu entwickeln und die Bindung zu stärken. Die Beratung kann auch dabei unterstützen, die zugrunde liegenden Probleme zu identifizieren, die zum Vertrauensbruch geführt haben, und Wege zu finden, diese zu bewältigen.

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Vertrauensverlust in der Beziehung

Vertrauensverlust in der Beziehung

Ein Vertrauensbruch muss nicht das Ende einer Beziehung bedeuten. 

Mit der richtigen Unterstützung und einer engagierten Haltung können Paare lernen, den Schmerz zu heilen, Vergebung zu üben und eine neue Zukunft gemeinsam zu gestalten. Es ist ein Weg, der Mut und Engagement erfordert, aber die Belohnung ist eine tiefere und erfüllendere Partnerschaft.

Für diejenigen, die sich in der schwierigen Lage eines Vertrauensbruchs befinden, ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich auf den Weg der Heilung und Erneuerung zu begeben. Die psychischen und emotionalen Folgen eines Vertrauensbruchs sind komplex und erfordern eine sorgfältige Navigation. Die Unterstützung durch einen erfahrenen Therapeuten kann entscheidend sein, um die Beziehung zu retten und das Vertrauen wieder aufzubauen.

In der modernen Paarberatung wird ein Vertrauensbruch als Gelegenheit gesehen, an der Beziehung zu arbeiten und sie zu stärken. Es ist ein Prozess, der nicht über Nacht geschieht, aber mit Engagement und der richtigen Unterstützung kann ein Paar eine neue Ebene der Intimität und des Verständnisses erreichen. Vertrauensbruch in der Paarbeziehung ist daher nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine besondere Gelegenheit für Wachstum und Verständnis.

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Phasen nach Vertrauensbruch

Phasen nach Vertrauensbruch

Den Vertrauensbruch anerkennen und verantworten. Der verursachende Partner sollte den Vertrauensbruch zugeben, sich entschuldigen und Reue zeigen. Er sollte auch erklären, warum er den Vertrauensbruch begangen und was er daraus gelernt hat.

Den Schmerz und die Gefühle anerkennen und respektieren. Der verletzte Partner sollte seine Emotionen ausdrücken, ohne den anderen zu beschuldigen oder zu attackieren. Er sollte auch seine Bedürfnisse und Erwartungen klar formulieren und Grenzen setzen.

Den Dialog und die Offenheit fördern. Die Partner sollten miteinander reden, zuhören und verstehen. Sie sollten auch ehrlich und transparent sein und keine Geheimnisse mehr voreinander haben.

Den Wiederaufbau und die Veränderung unterstützen. Die Partner sollten gemeinsam an der Verbesserung ihrer Beziehung arbeiten, zum Beispiel durch Paartherapie, gemeinsame Aktivitäten oder neue Rituale. Sie sollten auch positive Aspekte ihrer Beziehung betonen und einander Wertschätzung und Zuneigung zeigen.

Den Prozess und die Zeit akzeptieren. Die Partner sollten sich bewusst sein, dass das Vertrauen nicht über Nacht wiederhergestellt werden kann, sondern ein langfristiger Prozess ist, der Geduld, Mut und Vergebung erfordert.


Vertrauen ist die Basis jeder gesunden und glücklichen Beziehung.

Doch was passiert, wenn dieses Vertrauen erschüttert oder gar zerstört wird? Wie können Sie einen Vertrauensbruch in Ihrer Partnerschaft feststellen, verhindern oder bewältigen? In diesem Artikel erfahren Sie, was einen Vertrauensbruch ausmacht, welche Folgen er für Ihre Beziehung haben kann und wie Sie gemeinsam mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin daran arbeiten können, das Vertrauen wiederherzustellen. Ob es sich um eine Affäre, eine Lüge, eine finanzielle Notlage oder eine andere Form von Betrug handelt, kann ein Vertrauensbruch Ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen. Doch er muss nicht das Ende bedeuten. Mit der richtigen Einstellung, Kommunikation und Unterstützung können Sie aus der Krise gestärkt hervorgehen und Ihre Beziehung auf eine neue Ebene bringen. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie Sie einen Vertrauensbruch in der Paarbeziehung überwinden können.

Wie Sie den Vertrauensbruch erkennen und überwinden können.

Dies kann durch Untreue, Lügen, Geheimnisse oder andere Verhaltensweisen verursacht werden, die das Vertrauen zwischen den Partnern untergraben. Die Paarberatung kann helfen, die Ursachen und Folgen des Vertrauensbruchs zu verstehen und Strategien zu entwickeln, um das Vertrauen wieder aufzubauen.

Vertrauen ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine glückliche und harmonische Beziehung. Doch was passiert, wenn dieses Vertrauen erschüttert oder gar zerstört wird? Wie kann man mit einem Vertrauensbruch umgehen und wie kann man das Vertrauen wieder aufbauen?

Ein Vertrauensbruch kann viele Formen annehmen, zum Beispiel:

- Fremdgehen oder eine Affäre
- Lügen oder Geheimnisse vor dem Partner verbergen
- Den Partner respektlos oder unfair behandeln
- Den Partner vernachlässigen oder ignorieren
- Den Partner kontrollieren oder einschränken
- Den Partner manipulieren oder ausnutzen.

Ein Vertrauensbruch kann tiefe Wunden hinterlassen und das Selbstwertgefühl, die Bindung und die Zufriedenheit in der Beziehung stark beeinträchtigen. Manche Paare trennen sich nach einem Vertrauensbruch, andere versuchen, die Beziehung zu retten. Doch wie kann man das Vertrauen wiederherstellen, wenn es einmal verloren gegangen ist?

Es gibt keine einfache Antwort auf diese Frage, denn jeder Fall ist individuell 

Dennoch gibt es einige allgemeine Schritte, die helfen können, das Vertrauen wieder aufzubauen:

Ein Vertrauensbruch in der Paarbeziehung ist eine große Herausforderung, aber nicht unbedingt das Ende der Liebe. Wenn beide Partner bereit sind, sich dem Problem zu stellen und daran zu wachsen, kann ein Vertrauensbruch sogar eine Chance sein, die Beziehung zu vertiefen und zu stärken.

Vertrauen

Wer eine spontane Umfrage in der Fußgängerzone durchführt und Paare danach fragt, was ihnen in einer Partnerschaft wichtig ist, wird zu 80 % das Wort „Vertrauen“ hören.

Es gibt keine Garantie: Vertrauen als Alternative

Wenn wir etwas im Internet bestellen, dann erhalten wir auf das Produkt mindestens 2 Jahre Garantie. Wir können sicher sein, dass der Artikel nach unseren Vorstellungen funktioniert; andernfalls geben wir ihn zurück und bekommen einen identischen Ersatz. Genau das hätten wir doch für unsere Beziehungen auch gerne. Wer liebt, möchte das, was er hat, nach Möglichkeit für immer festhalten. Er hätte gerne die Garantie dafür, dass Loyalität, Treue und Liebe für immer anhalten werden. Da es eine solche Garantie aber nicht gibt, muss das Vertrauen weitestgehend als Notlösung herhalten. Es existiert weder ein Wissen über zukünftige Entwicklungen, noch gibt es eine Garantie dafür, dass alles nach unseren Erwartungen verläuft.

Besitzansprüche an den Partner

„Du bist mein, ich bin dein. Dessen sollst du gewiss sein.“ Sprüche wie diese wurden schon in Kindertagen in das Poesiealbum geschrieben. Wenn wir jemanden mögen, haben wir Anspruch auf ihn. Das beginnt schon sehr früh, wenn wir sehen, dass der beste Freund oder die beste Freundin auch mal mit jemand anderem spielt. Diesen Trugschluss, einen Menschen zu besitzen, nehmen wir mit in unsere Partnerschaften. Dieses Besitzdenken generiert Kontrolle und Manipulation.

Vertrauen ist ein Geschenk der Liebe

Dort, wo es an Vertrauen fehlt, fehlt es an Selbstvertrauen. Oftmals resultiert mangelndes Selbstvertrauen aus Verletzungen in früheren Beziehungen, die tiefe Narben im Selbstwertgefühl hinterlassen haben. Aber auch wenn es eine Erklärung für fehlendes Vertrauen gibt, ist und bleibt dieser wichtige Part einer Beziehung immer bei einem selbst. Sie haben einem Menschen vertraut, der dieses Vertrauen enttäuscht hat. Sie sind nicht nur wütend auf ein Gegenüber, sondern auch auf sich selbst, dass Sie dem „falschen“ Menschen vertraut haben. Jetzt heißt es, sich selbst zu verzeihen. Nur dann kann neues Vertrauen entstehen.

Einem Menschen Vertrauen entgegenzubringen, ist das größte Geschenk der Liebe. Sie gehen damit immer ein Risiko ein, weil Sie nicht wissen, was der Partner mit dem geschenkten Vertrauen anfängt. Er kann damit achtsam umgehen, es aber auch enttäuschen. Dieses Risiko gehen Sie ein, wenn Sie sich auf eine Beziehung einlassen.

Ist eine Beziehung zu retten, in der Vertrauen enttäuscht wurde?

Wenn in der Beziehung ein Seitensprung oder eine Affäre bekannt wird, kommen in der Paarberatungspraxis häufig die folgenden Fragen: von dem, der sich betrogen fühlt „Wie kann ich je wieder vertrauen?“ Oder von dem, der den Seitensprung getätigt hat, die Frage „Was kann ich tun, dass mir wieder vertraut werden kann“. Meine Antwort ist schlicht und einfach: „Nichts“.

Der, der sich betrogen fühlt, kann nur wieder erneutes Vertrauen schenken. Was aber nur möglich ist, wenn in ihm genügend Selbstwertgefühl vorhanden ist.

Es muss nicht immer ein Seitensprung oder eine Affäre sein, die das Vertrauen erschüttert. Es kann schnell passieren, dass Vertrauen in Beziehungen enttäuscht wird. Oft reicht es schon aus, ein Versprechen nicht zu halten.

Ist es dazu gekommen, helfen nur Offenheit und Gespräche, mit dem Ziel, klare Absprachen zu treffen. Worauf kann ich wirklich vertrauen? Es gibt in diesem Fall keine Standardlösungen, und nicht in jeder Partnerschaft gelingt es, verlorenes Vertrauen erneut zu schenken.

Zum Abschluss dieses Themas noch eine Frage: Was ist das Gegenteil von Vertrauen? Viele sagen spontan, „Misstrauen“. Ich bin da anderer Meinung. Das Gegenteil von Vertrauen ist „Wissen“. Denn wenn Sie „wissen“, dann brauchen Sie nicht mehr zu vertrauen. Es ist also fatal, Wissen zu erlangen, um wieder Vertrauen zu gewinnen. Sie können nur Vertrauen schenken. Vertrauen kommt von Selbstvertrauen. Sie können Vertrauen nur schenken, wenn Sie Selbstvertrauen haben.

Gedanken zu Vertrauen in der Partnerschaft

Oft wird im Verlauf der Paartherapie deutlich, dass Partner A meint, dem Partner B eigentlich nur dann wieder vertrauen zu können, wenn sie weiß und sicher sein kann, dass er das Vertrauen nicht mehr bricht.

Diese Verdeutlichung wirft gewisse logische Probleme auf, die weitreichende Folgen für das Zusammenspiel der beiden haben können. Vertrauen ist eine Möglichkeit, die Komplexität von Situationen, in denen man über keine vollständigen Informationen verfügt, zu vereinfachen. Wer seinen Mitmenschen vertraut, geht von bestimmten Hypothesen über deren Verhalten aus, das heißt, er füllt seine Informations- und Wissensdefizite in einer Weise aus, die ihn handlungsfähig macht. Vertrauen erweist sich immer dort als funktionell und ökonomisch, wo kein Wissen vorhanden ist. Wo man weiß, braucht man nicht zu vertrauen.

Wenn Partner A dem Partner B nur vertrauen kann, wenn Partner A weiß, dass Partner B nicht mehr das Vertrauen brechen wird (weil ihm unter anderem der Reiz dazu abhandengekommen ist), dann braucht sie ihm eigentlich nicht zu vertrauen.

Da Partner A aber -bezogen auf das künftige Verhalten des Partners B – nie wissen kann, was er tun wird (weil man das prinzipiell bei keinem Menschen wissen kann) benötigt Partner A Vertrauen. Hier beißt sich die berühmte Katze in den nicht minder berühmten Schwanz.

Eine merkwürdige Schleife, ein Teufelskreis:

Damit Partner A dem Partner B vertrauen zu kann, versucht Partner A den Partner B, zu kontrollieren.
Da Partner A nicht in der Lage ist, Partner B zu kontrollieren, vertraut sie ihm nicht usw.

Das Gegenteil von Vertrauen ist Wissen

Wenn Sie wissen, brauchen Sie nicht mehr zu vertrauen.


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