Du gehörst mir - Ist Eifersucht der Beweis für eine starke Liebe?

Eifersucht als Liebesbeweis zu betrachten, ist weit verbreitet.

Liebe oder Eifersucht? Das ist die Frage, die viele Menschen beschäftigt, die in einer Beziehung sind oder eine anstreben. Wie kann man erkennen, ob man wirklich liebt oder nur besitzergreifend ist? Wie kann man mit den eigenen oder fremden Gefühlen umgehen, ohne sich selbst oder andere zu verletzen? In diesem Artikel erfährst du, was Liebe und Eifersucht voneinander unterscheidet, wie du sie beeinflussen kannst und wie du eine gesunde Balance zwischen ihnen findest.

Sie ist unheimlich und bleibt oft heimlich, die Eifersucht. Als gefährliche Gefühlsmixtur kann sie tragische Folgen haben. 
Doch hat jeder mit Eifersucht zu kämpfen? Und wenn ja: Was hat das mit Liebe zu tun?

Eifersucht als Liebesbeweis zu betrachten, ist weitverbreitet. Dann wären alle ohne Eifersucht mit dem falschen Partner zusammen. So ist das jedoch nicht! Eifersucht als Liebesbeweis zu betrachten, kann eine Partnerschaft zerstören. 

Misstrauen ist niemals ein Zeichen von Liebe.

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Eifersucht – die dunkle Seite der Liebe

Ein Mann tötet seine Frau aus Eifersucht und beklagt den Verlust als das schlimmste Leid, das ihm widerfahren ist. Dieses extreme Beispiel verdeutlicht die zerstörerische Kraft der Eifersucht, die oft unverständlich und irrational erscheint. Doch auch im Alltag begegnen wir immer wieder den Auswirkungen dieses Gefühls: Von manipulativen Spielchen bis zu Kontrollverlust und gewaltsamen Übergriffen.

Eifersucht ist eine eigenartige Erscheinung in Beziehungen, deren Ursprung und Auswirkungen oft im Dunkeln liegen. Sie entzieht sich der Logik und Vernunft, und doch wird sie als unvermeidliche Begleiterscheinung von Liebe hingenommen. Die Verbindung von Liebe und Eifersucht wird als unausweichlich angesehen, obwohl sie in Wahrheit eine destruktive Dynamik darstellt.

Die Erfahrung zeigt, dass Eifersucht nicht nur zu hässlichen Szenen und entwürdigenden Auftritten führt, sondern auch Beziehungen zerstören kann. Der eifersüchtige Mensch ist bereit, die geliebte Person aufzugeben, bevor er sie mit anderen teilt. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Gefühl? Welche elementare Kraft verleiht der Eifersucht eine so einschneidende Wirkung?

Es ist an der Zeit, die Notwendigkeit der Eifersucht zu hinterfragen und Wege zu finden, um positiv damit umzugehen. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema kann dazu beitragen, die negativen Folgen zu vermeiden und ein tieferes Verständnis für die Komplexität menschlicher Beziehungen zu entwickeln.

Eifersucht ist alles außer Liebe. Es ist an der Zeit, das Bewusstsein dafür zu schärfen und einen konstruktiven Umgang mit diesem Gefühl zu erlernen.

Nur geheuchelte Liebe ist eifersüchtig

Wir leben unter Bedingungen, die den Mut zur Mitmenschlichkeit und Liebe eher bestrafen als belohnen. Wir haben eine kalte und herzlose Technologie geschaffen, deren Ergebnisse uns aus den Fingern gleiten. Wir haben Kräfte entfesselt, die plötzlich unsere Existenz bedrohen (Atombombe und Atomkraft, Chemie und Umweltverschmutzung). Wir sind Figuren in einem bedingungslosen Kampf um Macht und Profit und erfahren täglich die Würde- und Bedeutungslosigkeit des Menschen in einer Welt, die schon seit Langem nicht mehr an ihm gemessen wird.

Unter diesen herrschenden Bedingungen führt die krampfhafte und verzweifelte Suche nach ein bisschen Liebe zur Hochstilisierung von oberflächlicher Sympathie und sexueller Attraktivität zur „großen Liebe“. Ein Missverständnis, das fatale Folgen hat: Viele binden sich an den ersten einigermaßen geeignet erscheinenden Menschen, um die Hilflosigkeit gegenüber scheinbar selbstständigen Mächten teilen und ertragen zu können. Die Angst, all dem wieder allein ausgeliefert zu sein, verführt leicht dazu, sich abhängig und ängstlich an dem Einen zu klammern, zu dem man Vertrauen gefasst hat.

Um wenigstens einen kleinen Teil ihrer Bedürfnisse und Träume mit einer gewissen Sicherheit und Regelmäßigkeit erfüllen zu können, hängen viele Paare aneinander, die im Grunde wenig verbindet. Vor sich und der Umgebung nennen sie es Liebe und glauben meist selbst daran.

Die Männer sehen sich gezwungen, die sexuelle Anziehungskraft einer Frau zuliebe hochzujubeln, weil pure sexuelle Bedürfnisse von Frauen verdrängt oder verleugnet werden. Frauen neigen mehr dazu, für das kleinste bisschen Zärtlichkeit und Geborgenheit selbst gemeinste Demütigungen, Schikanen und Erniedrigungen in Kauf zu nehmen. Sie verwechseln ein wenig Sicherheit mit einer Liebe, die sogar die Prügel des Mannes überdauert. Und zahlreich sind die Paare, welche unter Liebe nichts anderes verstehen als das gegenseitige Ausagieren ungelöster Konflikte mit dem anderen Geschlecht oder den eigenen Eltern.

Wenn das Zusammenleben und die Sexualität nach Jahren unter diesen Umständen schal und hohl werden, kommt das einer ganzen Industrie entgegen, die Pornografie und Sexualtechnik als Ausweg aus dieser inneren Leere anpreist.

Es ergibt sich wohl von selbst, dass all dies wenig mit Liebe zu tun hat. Der Irrglaube, es handele sich dabei um Liebe, gaukelt den Betroffenen vor, dass die Angst vor dem Verlust des Partners ein untrügliches Zeichen für wahre Liebe sei. So entsteht das Gerücht, Eifersucht sei ein Beweis der Liebe - was für ein Hohn! Wo Angst regiert und Abhängigkeit bestimmt, kann keine Liebe gedeihen.

Liebe ist ein Kind der Freiheit, heißt es in einem alten, französischen Volkslied. 

Schöner und treffender kann man nicht formulieren, dass unter Angst und Zwang, in Abhängigkeit und Furcht keine Liebe möglich ist.

An dieser Stelle könnte der Einwand geltend gemacht werden, dass in der Kindererziehung von den Eltern oft Zwang ausgeübt werden muss, sie aber trotzdem ihre Kinder lieben; und die Kinder in realer Abhängigkeit von den Eltern leben, sie aber ebenfalls lieben. Ich möchte dem energisch widersprechen. Es wäre verfehlt zu behaupten, dass es keine positiven Gefühle zwischen Eltern und Kindern gibt, doch angesichts zahlreicher Misshandlungen und Vernachlässigungen von Kindern in körperlicher und seelischer Hinsicht bestehen Zweifel an der scheinbar unumstößlichen Tatsache der Elternliebe. In vielen Literaturen wird einleuchtend erläutert, wie die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern meist tatsächlich aussehen: „Der Mann treibt die Frau, die Elterngeneration die Kinder, generell der Stärkere den Schwächeren durch manipulierte Trennungsangst jeweils in Anklammerungszwänge und Unterwerfungszwänge hinein, welche jeweils die eigene Vereinsamung kompensieren sollen.“ Die meisten Kinder werden mit Trennungsängsten und Trennungsdrohungen abhängig gemacht, weil dies schon zum üblichen Repertoire der Erziehungsmittel gehört. Damit ist die wichtigste Ursache geheuchelter Liebe erklärt:

Wer als Kind die Abhängigkeit von den Eltern Liebe genannt hat, wird später die Abhängigkeit vom Partner ähnlich erleben. Damit sind gewisse sympathische Regungen keineswegs ausgeschlossen, weder bei den Eltern noch beim Partner. Doch unter Liebe ist etwas völlig Anderes zu verstehen.

In Beziehungen zwischen Menschen spielt das Thema Liebe eine zentrale Rolle. Doch oft wird das, was als Liebe bezeichnet wird, von Erich Fromm als Missbrauch des Wortes beschrieben, um die Wahrheit des Nichtliebens zu verbergen. Die meisten Beziehungen sind von Angst besetzt, dass der Partner sich weiterentwickeln und einem dabei entgleiten könnte. Dies führt dazu, dass das Bestehende ständig gefestigt und gesichert werden soll, da Veränderung und Entwicklung als gefährlich erscheinen. Doch in Wirklichkeit wird der vermeintlich geliebte Mensch gehemmt, erstickt, gelähmt und an die Kette gelegt. 

Nach Fromm ist Liebe keine Besitzansprüche und Kontrolle, sondern eine positive und produktive Aktivität des Liebens. Es bedeutet, den geliebten Menschen zu fördern, zu befreien, zu beleben und zu behüten. 

Viele Handlungen eines Eifersüchtigen beruhen auf dem Irrtum, den Menschen tatsächlich zu lieben, von dem er es glaubt. Würde jeder zu seinen Bedürfnissen stehen, die er mit oder durch seinen Partner befriedigen will, und auf das Heucheln von Liebe verzichten, wären Beziehungen einfacher und logischer zu verstehen und zu handhaben.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, was wahre Liebe bedeutet und wie sie sich in einer Beziehung ausdrücken sollte. Statt Angst und Kontrolle sollte Liebe Freiheit und Unterstützung bedeuten. Fromms Definition von Liebe als ein sich selbst erneuernder und intensivierender Prozess bietet eine inspirierende Perspektive auf das, was echte Liebe sein kann.

Wirkliche Liebe kann nicht eifersüchtig sein.

Sie kann nur von einem Menschen gegeben werden, der in sich selbst ruht, seinen eigenen Wert kennt und es sich leisten kann, seinem Partner Individualität zuzugestehen. Echte Liebe bedeutet, den anderen nicht als Sklaven zu betrachten, dem man vorschreiben kann, was er zu tun und zu lassen hat.

Die Gesellschaftsform, unter der wir leben, ist nicht förderlich für Mitmenschlichkeit oder Liebe. Zwei Hindernisse stehen der Entfaltung von Liebe in unserer Gesellschaft im Weg: die Struktur der Gesellschaft und die psychosoziale Erniedrigung der Frau durch den Mann.

Es ist jedoch falsch anzunehmen, dass allein die Gesellschaft die Menschen formt und beherrscht, und nicht auch gleichzeitig von den in ihr lebenden Menschen geformt und beherrscht wird. Die Veränderung der herrschenden Bedingungen erfordert das Bemühen um Mitmenschlichkeit und Liebe im täglichen Umgang miteinander.

Leider ist es in unserer Kultur kaum möglich, einen Partner zu gewinnen, wenn man dem anderen seine wahren Bedürfnisse gesteht. Ohne Heuchelei ist es schwierig, Kontakt zum Mitmenschen zu knüpfen, da Misstrauen und Ablehnung oft im Vordergrund stehen.

Die ersten Erfahrungen mit anderen macht jeder Mensch in der Regel mit seinen Eltern. Entweder lernt man, anderen aufrecht und offen zu begegnen, oder man entwickelt eine dicke Mauer des Misstrauens. Diese Erfahrungen prägen das weitere Leben und führen dazu, dass viele Menschen sich voreinander verbergen.

Es ist wichtig, den Mut zum offenen und vertrauensvollen Kontakt zu bewahren. Nur durch Aufrichtigkeit kann man die positiven Anlagen und Fähigkeiten zu vertrauensvollen Kontakten zurückgewinnen und verlässliche Liebe kennenlernen.

Insgesamt führt der Versuch, Defizite am Partner auszugleichen, oft zu ungesunden Beziehungen, die von gegenseitiger Schikane und Quälerei geprägt sind. Wahre Liebe erfordert Mut, Aufrichtigkeit und die Bereitschaft, sich auf andere einzulassen. Dieser Weg ist nicht einfach, aber er ist der einzige Weg zu einer erfüllten und liebevollen Beziehung.

Eifersucht in Beziehungen: Ursachen und Umgang

Eifersucht ist in vielen Kulturen und Gesellschaften weitverbreitet und wird oft als normales Gefühl betrachtet. Sie resultiert aus Erziehung, mangelnder Mitmenschlichkeit, Vertrauensproblemen und dem Denken in Kategorien wie Profit, Konkurrenz und Eigentum. Viele Menschen sehen sich selbst als wertlos und knüpfen ihr Selbstwertgefühl an ihren Partner. Dies kann zu starken Eifersuchtsgefühlen führen, die sogar dazu führen, dass der Partner den Kontakt zu anderen Menschen untersagt wird.

Die Eifersucht kann als Ausdruck von Leibeigenschaft oder persönlichem Besitz des Partners gesehen werden, was in modernen Liebesbeziehungen immer noch vorhanden ist. Selbst in progressiven Kreisen können subtile Methoden eingesetzt werden, um dem Partner andere Beziehungen zu verleiden. Obwohl viele Menschen Eifersucht als lästig empfinden, wird sie dennoch oft als normal angesehen.

Liebe wird als Gegenmittel zur Eifersucht betrachtet. Ein Liebender hat absolute Gewissheit und Vertrauen in die Bindung. Dennoch scheuen sich viele Menschen davor, zu lieben, aufgrund von Angst vor dem Mitmenschen, Minderwertigkeitsgefühlen und der Furcht vor den eigenen Gefühlen.

Es ist wichtig, die Eifersucht zuzulassen, ohne sich oder anderen dabei zu schaden. Das Unterdrücken von Gefühlen führt oft zu unangenehmen Folgen. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Unterdrückung von Gefühlen die dahinterstehende Energie bezwingt. Es ist ratsam, Gefühle zuzulassen und ihre Ursprünge zu erforschen.

Das Ausleben von Eifersucht sollte nicht mit hässlichen Szenen verwechselt werden, die nur Ausdruck der Unfähigkeit sind, mit den Gefühlen angemessen umzugehen. Stattdessen sollten die Gefühle erforscht und in einem geeigneten Rahmen reflektiert werden.

Die Überwindung von Eifersucht erfordert Mut und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Durch die Auseinandersetzung mit den Ursprüngen der Eifersucht kann eine Weiterentwicklung und Reifung der Persönlichkeit erfolgen. Es ist möglich, durch das Zulassen und Verstehen von Eifersucht zu lernen, diese zu überwinden und Liebe in ihrer reinen Form zu erfahren.

Gesellschaftliche und politische Faktoren, die an der Entstehung von Eifersucht beteiligt sind, können nicht einfach verändert werden. Dennoch ist es wichtig, bei der politischen Arbeit nicht von persönlichen Unzulänglichkeiten überrascht und gestört zu werden. Politische Arbeit, die von emotional instabilen Personen geleistet wird, führt zwangsläufig zu einer emotional instabilen Gesellschaft. Die Überwindung von Eifersucht kann daher eine größere politische und gesellschaftliche Reichweite haben als blinder Eifer, der durch politische Änderungen auch das Innenleben der Menschen zu verändern glaubt.

Es erfordert Mut, sich mit der eigenen Eifersucht auseinanderzusetzen, anstatt sie zu unterdrücken oder am Partner auszulassen.

Dieser erste Schritt kann dazu führen, dass man die Bereitschaft zum zweiten Schritt entwickelt. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dies: Ein Dampfkochtopf, der zu lange auf großer Flamme gehalten wird, erzeugt Überdruck. Um diesen Druck abzulassen, muss man ihn langsam aber stetig verringern, bevor man den Topf gefahrlos öffnen kann. Nur wer durch Hass, Angst und Eifersucht hindurchgegangen ist, wird verschüttete Fähigkeiten in sich finden, die zur Geltung kommen können, auch die Kraft zu wirklicher Liebe.

Die Fähigkeit, sich selbst zu lieben, ist entscheidend. Der Spruch von Jesus Christus, dass man seinen Nächsten lieben solle wie sich selbst, ist der Kern aller Liebe. Dennoch lehnen viele Menschen sich selbst ab und sind weit davon entfernt, sich zu akzeptieren und zu lieben, geschweige denn ihren Nächsten. Selbstliebe bedeutet nicht narzisstischer Egoismus, sondern die Annahme und Liebe zu sich selbst.

Es ist nicht verwunderlich, dass fast jeder es vermeidet, offen und ehrlich über sich selbst zu sprechen. Wer über sich selbst reden will, muss zuerst zu sich selbst stehen und sich selbst annehmen. Es ist wichtig, Vertrauen in sich selbst zu haben und über sich selbst sprechen zu können.

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