Eine gefährliche Mischung, der Umsorger und der Nehmer

Kernüberzeugungen des Umsorgers, des Nehmers, des Bindungsängstlichen

Während bei den Verhaltensarten

  • „umsorgendes, schenkendes, empathisches Verhalten“ (= Umsorger)
  • „nehmendes, forderndes, narzisstisches Verhalten“ (= Nehmer)

in der Regel ein Entweder-oder zu erkennen ist, gehört das dritte Verhalten, das „bindungsängstliche Verhalten, meist zum Umsorger bzw. zum Narzissten.

Oft ist auch noch Eifersucht im Spiel. Das heißt, es paaren sich Bindungsangst zusammen mit Eifersucht mit dem Umsorger (dem Gebenden) oder mit dem Narzissten (dem Nehmenden). Dazu mehr nachfolgend unter „Giftige Beziehungen“.

 

Die bewussten bzw. auch unbewussten Kernüberzeugungen sind meist auf Scham basiert. „Ich bin schlecht“ oder „ich bin nicht gut genug“ oder „ich bin nicht in Ordnung“ oder „ich bin unzulänglich“. Dies gründet sich auf die folgenden Überzeugungen:
- Mein Wert und meine Liebenswürdigkeit werden fremdbestimmt
- Meine Gefühle (Freud oder Schmerz) kommen von außerhalb meiner selbst
- Ich werde mit Liebesverlust nicht fertig und habe große Angst davor
- Ich brauche den Anderen, um glücklich zu sein, um zu überleben

Dies führt zu einer Co-Abhängigkeit vom Partner.

Die unterschiedlichen Glaubensmuster des Umsorgers und des Nehmenden.

Umsorger: Ich bin verantwortlich für deine Gefühle. Wenn ich es richtig anstelle, wirst du mich schon lieben, und ich werde glücklich. Deine Bedürfnisse und Gefühle sind mir wichtiger als meine eigenen. Ich kann dafür sorgen, dass du mich liebst, mich siehst, mich hörst, mich annimmst, wenn ich genug gebe.

Nehmender: Du bist verantwortlich für meine Gefühle. Wenn du dich um mich kümmerst, wie du es solltest, dann werde ich mich glücklich und wertvoll fühlen. Meine Bedürfnisse sollten dir wichtiger sein als deine eigenen. Ich kann dafür sorgen, dass du mich liebst, mich siehst, mich hörst, mich annimmst, wenn ich genug fordere.

Das Verhalten des Umsorgers und des Nehmers

Umsorger: verborgene Kontrolle = Unterwürfigkeit (nachgeben, mitmachen, zu gefallen sein), um Bestätigung buhlen, Nettigkeit, Lob, Verführung, Belehrungen, Wissen zeigen.

Nehmender: offene Kontrolle = schäumende Wut, Reizbarkeit, Selbstgerechtigkeit, Gewalt, Erklärungen, Anklagen, Unterstellungen, Standpauke, Drohungen, Weinen, Schmollen, Wutanfälle, verletzt sein, Entzug.

Beide sind süchtig danach, dass man sich um sie kümmert. Sie können jederzeit die Rollen tauschen, abhängig davon, um welche Aspekte es geht (z. B. finanziell, emotional, sexuell, körperlich, intellektuell).

Beide stellen gerne Warum-Fragen und fragen und hinterfragen alles Mögliche. Wollen immer sichergehen, dass der Partner sie nicht auf irgendeine Art betrügt oder hintergeht. Daraus resultiert eine giftige, krankmachende Beziehung. Bluthochdruck, Rückenleiden, Wirbelsäulenprobleme, Schlaflosigkeit sind noch die banaleren Ergebnisse. Sucht ist ein anderes, oft nicht erkanntes Thema.

Hier verweise ich auf das Buch „Wie schleichendes Gift“ von Christine Merzeder. Das Buch hat zwar nur den narzisstischen Missbrauch im Fokus. Doch den Stress, den es mit einem Narzissten gibt, den gibt es auch bei einem Umsorger und auch bei dem Eifersüchtigen, auch bei den Bindungsängstlichen in On-/Off-Beziehungen. Denn in allen giftigen Beziehungen gibt es Stress, und Stress macht süchtig. Hier ein Auszug aus dem Buch.

Sollten Sie mehr wissen wollen, empfehle ich Ihnen dieses Buch.

„DIE SUCHT DER SEHNSUCHT

„Bei alldem läuft im Körper ein komplexer biochemischer Prozess ab, der sich, stark vereinfacht, wie folgt zusammenfassen lässt: Menschen reagieren, wie bereits ausgeführt, auf verschiedenste Reize mit unterschiedlichen emotionalen Reaktionen, an die sie sich im Lauf des Lebens gewöhnt haben, sei es Freude, Trauer, Wut oder jedes andere erdenkliche Gefühl. Für jeden dieser emotionalen Zustände produziert das Zwischenhirn Eiweißketten (Peptide). Diese werden in den Blutkreislauf abgegeben und so durch den ganzen Körper bis hin zu den Zellen geschickt. Als »Boten« geben sie ein bestimmtes Signal ab, auf das die Zellen in gewohnter, erlernter Weise reagieren. Wir nehmen dies als starke, körperlich spürbare Emotionen wahr, beispielsweise überbordende Freude, die einem das »Herz aufgehen lässt«, oder Angst, bei der einem der kalte Schweiß ausbricht. In der Fachsprache nennt man diese Phänomene »somatische Marker«, also »körperliche Kennzeichen«.

Je mehr unsere Körperzellen mit den »negativen« Peptiden einer lang dauernden Stresssituation versorgt werden, desto mehr gehen ihnen diese ab, wenn sie ausbleiben. Diesen Mangel »funken« die Zellen wiederum zurück an das Gehirn - sie möchten gleichsam ihre »Sucht« befriedigen. Unbewusst wollen sich Menschen deshalb immer wieder in Situationen begeben, die ihnen dieses »High« garantieren.

Genau an dieser Stelle kommt der psychische Missbrauch durch Narzissten, des Umsorgers, des Bindungsängstlichen oder des Eifersüchtigen ins Spiel und findet sich auch ein Erklärungsansatz für die für Außenstehende nicht nachvollziehbare »Sucht nach dem Peiniger«. Unter dieser leiden beispielsweise geprügelte Frauen, die immer wieder zu ihrem gewalttätigen Partner zurückkehren.

Die Angriffsfläche, die die Betroffenen den Narzissten für diesen Missbrauch bieten, ist ihre innere Identität, die sie schon in der Kindheit aufbauen, besser gesagt, die tief verankerten emotionalen Wunden, die dieses innere Ich aufweist - und die ebenfalls auf Zellebene nach »ihren« Peptiden verlangen. Der maßgebliche Input für unsere innere Identität sind all die Botschaften, die wir von unseren Bezugspersonen erhalten und die wir im Kindesalter nicht kritisch hinterfragen können, sondern schlicht als Wahrheit empfinden. Durch diese Botschaften werden wir regelrecht programmiert. Wenn also beispielsweise einem Kind immer wieder gezeigt wird, dass es nicht um seiner selbst willen geliebt wird, sondern weil es bestimmte Dinge tut oder nicht tut, kann es unbewusst die Überzeugung entwickeln, dass es wertlos, nicht liebenswert und unfähig ist, um seiner selbst willen Glück zu spenden oder aus sich heraus selbst glücklich zu sein. Diese unbewusste Überzeugung, nicht zu »genügen«, wird das Kind auch noch als Erwachsener besitzen. Dabei spielt es keine Rolle, wie beliebt, intelligent und fähig ein Mensch ist und wie geschickt er seinen Alltag meistert - das innere Programm bleibt bestehen und steuert unbewusst das Verhalten.

»Ich bin nicht gut genug.« - »Ich verdiene keine Wertschätzung.« - »Nur wenn ich mein Bestes gebe, verdiene ich Anerkennung.« Ähnlich wie Narzissten können Menschen mit einem solchen unbewussten Programm Bestätigung nicht aus sich selbst herausfinden, sondern nur durch Außenstehende gewinnen. Die Suche nach Bestätigung.“

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