Thema Allgemein - Ängste in der Paarberatung

Jeder Mensch hat seine ganz individuelle Geschichte zu erzählen, die geprägt ist von schönen Erlebnissen, aber auch von negativen Erfahrungen. Aus diesen ganz persönlichen Erfahrungen können individuelle Ängste entstehen. Gleichzeitig gibt es aus meiner Sicht Ängste, die allen Menschen gemeinsam sind. Grundängste, die unabhängig von jedem Menschen und seinen persönlichen Lebenserfahrungen existieren.

Wenn Befürchtungen, den Partner zu verlieren, ständige Zweifel und auch Krisen, überhand nehmen, wird die Bindungsangst schnell zum Beziehungskiller. Wer unter Bindungsangst leidet, wird eine feste Partnerschaft entweder meiden, in der bestehenden Partnerschaft wiederholt Gründe suchen, warum die Beziehung nicht funktioniert, oder die Ängste durch Fremdgehen zu kompensieren versuchen. Vordergründige Argumente, wie  zu weit auseinander zu wohnen, nicht

Die Thematik des Fremdgehens löst in den meisten Partnerschaften Ängste, Zweifel und Krisen aus

So schmerzvoll die Erfahrung auch sein mag, wenn der Partner fremdgeht, so unklar auch der Drang sein mag, selbst „anderweitig“ sexuell aktiv zu werden – letztendlich wird der Weg zu einer Lösung klarer, wenn die Gründe des Fremdgehens in Zusammenhang mit Bindungsängsten begriffen, und tiefere Ursachen hierfür durchleuchtet, wie auch bearbeitet werden.

Sucht aus Angst - Eifersucht

„Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft“.
So humorvoll sich diese Redensart auch im ersten Moment anhören mag – die dahinter stehende Problematik ist nicht lustig.
Eifersüchtige Menschen beanspruchen die emotionale Zuwendung einer nahestehenden Person für sich allein. Und dafür setzen sie ihre ganze Leidenschaft ein.

„Ich will dich nicht verlieren“ - Verlustängste

Grundsätzlich sind Ängste etwas völlig Normales. Von jeher haben sie uns vor Konsequenzen bewahrt, die lebensbedrohliche Folgen haben können.
Dennoch sind Ängste nicht immer gute Ratgeber, da sie uns in einer vermeintlich hilflosen Position halten, die den befreiten Lebensfluss blockiert.
Dies gilt auch für Verlustängste.

Nichts ist schöner, als einen tollen Menschen kennenzulernen, sich zu verlieben und das Gefühl zu haben, „Das ist der Richtige!“.
Erste Gedanken und Phantasien über eine gemeinsame Zukunft geistern durch den Kopf und sorgen für Hochstimmung.
Und dann plötzlich – Rückzug des Partners nach besonders intensiven Momenten der Nähe, eine wortkarge Verschlossenheit oder unterkühltes Verhalten.
Was ist hier passiert?

Manchmal kommen in einer Partnerschaft oder Ehe starke Erinnerungen an die Kindheit hoch. Einer der Partner lässt keine Gelegenheit aus, den anderen zu umsorgen, dessen Wohlbefinden krampfhaft steigern zu wollen und gut gemeinte Ratschläge zu verteilen.

Nichts ist jedoch so schlimm, wie die Ungewissheit. Jede Veränderung bringt nämlich Konsequenzen mit sich, die jetzt noch nicht bekannt und auch nicht einschätzbar sind. Wie fühlen diese sich an? Was geschieht danach? Aus dieser Angst heraus, haben die meisten Menschen eine tiefe Ablehnung gegen Veränderungen, selbst wenn der jetzige Zustand mit tiefem Unglück behaftet ist.

Jeder verliebte und liebende Mensch schwelgt in Begeisterung und emotionalen Höhenflügen. Der Partner ist Thema Nummer Eins und man würde alles für ihn tun. Wirklich alles? Natürlich ist es normal, dem Partner gefallen zu wollen. Und ebenso normal ist der Wunsch, dieses Glück möge ewig bestehen bleiben.

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