Richtig streiten in der Partnerschaft

Wohin mit den Gefühlen bei einem Streit?

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„Wir streiten uns nie!“ Haben Sie diesen Satz auch schon einmal von einem Paar aus Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis gehört? In den meisten Fällen hat das Ganze einen Haken. Wer nie streitet, ist harmoniesüchtig und kann Meinungsverschiedenheiten nicht ertragen. Man geht ihnen aus dem Weg, verdrängt die Wahrheit und leugnet sie. Dass dies kein gesunder Weg sein kann, sagt schon das Bauchgefühl. Doch wie geht es überhaupt, sich richtig zu streiten?

Streit ist konstruktiv in einer Beziehung

Wenn Streit konstruktiv geführt wird, bringt er nicht nur die Partnerschaft voran, sondern ist auch ein wichtiger Teil der Eigenentwicklung. Er lehrt uns, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und sie in Worte zu packen. Vermieden wird Streit meistens, weil er den schlechten Ruf hat, der Anfang vom Ende zu sein. Im Gegenteil, eine gelungene Streitkultur macht eine Partnerschaft aber überhaupt erst fruchtbar. Streit gehört zum Wachstum jedes Menschen und jeder Partnerschaft dazu. Er ist aber nur dann konstruktiv, wenn es nicht darum geht, recht zu haben, sondern das Gegenüber zu verstehen. Jeder Mensch hat seine eigene Wahrnehmung und erlebt eine Situation anders als der Partner. Man kann anderer Meinung sein und trotzdem können beide recht haben.

Warum entsteht Streit überhaupt?

In einer Beziehung treffen zwei Individuen aufeinander, die zwei vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten haben. Sie haben unterschiedliche Erziehungsmuster kennengelernt und eigene Weltanschauungen entwickelt. Wie können diese beiden Menschen also immer zu 100 % der gleichen Meinung sein? Da aber der Wunsch danach gerade zu Anfang einer Beziehung übermächtig ist, in voller Harmonie zu leben, ist die Enttäuschung umso größer, wenn es zu ersten Unstimmigkeiten kommt. Man möchte mit Gewalt Harmonie herstellen, und die Partnerschaft verwandelt sich in einen Kriegsschauplatz, auf dem es am Ende keinen Gewinner geben kann. Solange beiden Partnern nicht bewusst wird, was hier gerade passiert, kann es kein positives Ende geben.

Unser Partner ist kein Abbild von uns selbst

Der Partner ist nie ein identisches Abbild von uns selbst. Daher ist es unverzichtbar, die Angewohnheiten, Sichtweisen und Handlungen des anderen zu akzeptieren und sie vor allem nicht abzuwerten. Seine Sichtweisen haben die gleiche Berechtigung wie Ihre eigenen.

Streit entsteht oftmals durch unrealistische Erwartungen. Sie erwarten, dass der Partner Ihre Ansichten teilt und so handelt, wie Sie es sich vorstellen. Allerdings hat Ihr Partner keinen Vertrag unterschrieben, nach dem er Ihre Erwartungen erfüllen muss, sondern bleibt ein eigenständiges Individuum.

Eskalierender Streit: Wenn es zu Gewalt in der Partnerschaft kommt

Eine Variante ist, dass es in der Partnerschaft zur Gewalt kommt – sowohl körperlicher als psychischer. Dies ist ein Ausdruck der Hilflosigkeit – der gewalttätige Partner weiß nicht, wohin mit seinen Gefühlen, und übt Gewalt aus. Jetzt ist vom anderen Partner Selbstliebe gefragt, um dem Täter mit einem klaren NEIN gegenüberzutreten. Leider ist die Realität, dass das Opfer sich in eine Opferhaltung begibt, Gewalt zulässt und sich weiter selbst zerstört, indem sich verschiedenste Verhaltensstörungen oder andere destruktive Verhaltensweisen entwickeln.

Streit führt zum Aktivismus in der Partnerschaft

Ärger über einen Streit setzt in einer Partnerschaft aktivierende Gefühle frei. Das bedeutet, er wirkt sich aktiv auf die Beziehungsgestaltung aus – im Positiven wie im Negativen. In einen positiven Aktivismus kann Ärger dann verwandelt werden, wenn wir dieses Gefühl in uns anerkennen und es dem Partner mitteilen. Die negative Variante ist, dass wir einen Kleiderbügel nehmen und damit auf den anderen einschlagen.

Hier 3 Videos aus YouTube von Dr. med. Eckard von Hirschausen, die Sie sich mal gemeinsam in Ruhe, also in ruhiger Minute anzuschauen können. Es dürfte vieles zu positive Streitkultur verhelfen. Mit Humor und Wahrheit sowie Klarheit: 

Ärger kann sich in Ekel verwandeln

Ärger kann im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden und sich in Ekel verwandeln. Kommt eine gewisse Menge an Ärger zusammen, dann spüren wir plötzlich, wie wir die Nähe des Partners nicht mehr ertragen und uns instinktiv von ihm abwenden. Der früher so geliebte Geruch wird unerträglich. Diese Entwicklung lässt sich nur verhindern, wenn Ärger rechtzeitig mit Vernunft begegnet und in positive Beziehungsaktivität verwandelt wird.

Streit ermöglicht Entscheidungen

Streit ist oft ein Ausdruck davon, dass wir mit einer Situation nicht zufrieden sind. Dies ermöglicht uns aber gleichzeitig, eine – positive – Veränderung auf den Weg zu bringen. Wird dieser Konflikt vermieden, dann bleibt die Situation bestehen, und wir sind weiter unzufrieden. Dadurch kann Streit einen entscheidenden Beitrag zu unserer Weiterentwicklung leisten.

Auf dem Kriegsschauplatz

Vielleicht haben Sie in Ihrem Umfeld auch ein Paar, das eindrucksvoll beweist, wohin Streit in einer Partnerschaft führen kann. Die Ehe verwandelt sich in einen Kriegsschauplatz. Die Partner greifen zu immer neuen Waffen. Das Sein des anderen wird zu einem einzigen Vorwurf – wie er geht, sein Messer hält, was er tut oder eben nicht tut. Selbst eine Grippe, die zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommt, wird dem anderen noch zum Vorwurf gemacht, dass er sich nicht um die Weihnachtsvorbereitungen kümmere. Diese Machtkämpfe führen irgendwann zur vollständigen Erschöpfung.

Die eigene Autonomie wird von der Kontrolle über den Partner abhängig, und ohne diese Kontrolle entsteht ein Ohnmachtsgefühl. In einem solchen Zustand sind Paare nicht mehr in der Lage, Ihr Verhalten vernünftig zu reflektieren. Beide geraten in den Strudel eines Autopiloten.

Die große Herausforderung der wechselseitigen Anpassung

Es gibt die Möglichkeit, dass Streitigkeiten in der beschriebenen Weise zunehmen und irgendwann eskalieren. Daneben existiert aber auch die Option, dass Konflikte und Streits im Lauf der Jahre abnehmen. Es entsteht ein Prozess der wechselseitigen Anpassung, zu dem beide Partner ihren Beitrag leisten. In einer langjährigen Partnerschaft kommt es immer wieder zu neuen Herausforderungen, die einer Anpassung bedürfen – etwa, wenn die Kinder ausziehen oder die Partner aus dem Berufsleben ausscheiden. Hier kommt es darauf an, wie gut beide gelernt haben, mit ihren Gefühlen umzugehen.

seo-optimiert, 15. Juni 2021, K. Winkler

 

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