Seitensprung als neue Chance für die Partnerschaft

Neuanfang mit der Affäre oder am Bewährten festhalten?

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Neue Impulse durch Seitensprünge in der Partnerschaft

Fremdgehen ist zwar immer ein Betrug an einer Person, doch dahintersteckt nicht selten eine komplexere Geschichte. Ob One-Night-Stand oder Affäre - ein Betrug kann viel zerstören. War's das jetzt mit der Beziehung? Nicht unbedingt.
Der Seitensprung kann auch ein Weckruf sein - und vieles besser machen als je zuvor.

Fremdgänger sind wir alle

Die Frage, was Menschen dazu bewegt, fremdzugehen, beschäftigt viele Psychologen und Psychotherapeutinnen, Paarberater und Sexualberater. Auf der TU Braunschweig wurde geforscht, welche Umstände einen Seitensprung begünstigen. Mithilfe der in der Studie gesammelten Daten entwickelten die Wissenschaftler eine Therapie speziell für Paare, deren Beziehung durch Untreue erschüttert worden ist.Fazit: Potenzielle Fremdgänger sind wir alle. Zumindest dann, wenn bestimmte Risikofaktoren zusammen kommen.

Dürfen wir es treiben, wie wir wollen, wenn wir dem Partner sein Einverständnis abringen?

Mit Blick auf die Scheidungsraten, die Folgen von Untreue sind, wäre die Abschaffung der Monogamie eine logische Konsequenz. Der einzige Grund, warum an der Monogamie festgehalten wird, liegt meiner Meinung nach in der Angst vor dem Verlust und dem Alleinsein. Wir haben Angst davor, die Herausforderungen des Alltags allein bewältigen zu müssen, und wollen außerdem nicht austauschbar sein. Paar sein oder nicht ‒ das ist hier die Frage. Aber gibt es auch etwas dazwischen? Gibt es einen Weg zwischen einer lebenslang monogamen Partnerschaft und der Scheidung, weil dieses Ideal meist nicht erfüllbar ist? Gibt es eine Zahl zwischen 0 und 1 und eine Farbe zwischen Schwarz und Weiß? Gibt es nicht auch Grau? Ja. Diese Möglichkeiten gilt es, in offenen Gesprächen auszuloten.

Monogamer Alltag: Ist das für alle möglich?

Lügen, betrügen, verletzen, verlassen. Kollateralschäden: die Belastung der 20 Prozent alleinerziehenden Eltern, die Trauer der 160 000 neuen Scheidungskinder jährlich, die ungezählten Tränen, Diskussionen, Therapien.

Angesichts der Scheidungsraten und Trennungen hätte die Monogamie vernünftigerweise schon längst abgeschafft werden müssen. Doch stattdessen gelten Affären und daraus resultierende Trennungen noch immer als individuelles Scheitern und menschliches Versagen. Und zugleich als ganz normale Sache, wegen der dennoch nicht wenige die furchtbarsten Schmerzen erleiden. Vor allem werden viele Menschen nicht von Liebe, sondern von Angst getrieben ‒ Angst vor dem Alleinsein, Angst vor Verlust, Angst, ausgetauscht zu werden.

Monogamie und Partnerschaft: Ein Widerspruch?

Jeder muss wissen was er will. Er sollte es auch ernsthaft versuchen. Und schauen was möglich ist und was nicht. Ein „nur du“ in der Liebe ist eigentlich ein Widerspruch in sich.

Wieso sollte man denn davon ausgehen, dass es unter den sechs Milliarden Menschen nur einen Menschen gibt, den man lieben und begehren kann? Es gehört doch zum lebendigen Leben, dass Sie auch anderen Menschen begegnen, die Sie sexuell anziehend finden oder begehren. Wichtig ist, dass es zwischen den Partnern ein Einvernehmen gibt, wie man mit diesen Situationen umgeht.

Die Abkehr vom Sinnbild der Treue als Beweis glücklicher Partnerschaften

Wir müssen uns von der klassischen Gleichung verabschieden, dass sexuelle Treue das Sinnbild einer glücklichen Partnerschaft ist. Man kann ein Leben lang treu und unglücklich sein, oder aber untreu und glücklich. Treue hat nur im Kopf etwas mit sexueller Ausschließlichkeit zu tun. Treue ist ein Synonym für Loyalität und Verlässlichkeit.