Apokalyptischer Reiter Nummer zwei
»Weißt du, was man später am meisten bereut – es nicht versucht zu haben.«
(Zitat aus dem Film »Die Farbe des Horizonts«)
John Gottman, renommierter Psychologe und Experte für Beziehungen, hat in seinem Buch »Die vier Jahreszeiten der Ehe« den Begriff des »apokalyptischen Reiters« geprägt. Einer dieser Reiter ist die »Verteidigung«. In diesem Zusammenhang beschreibt Gottman Verhaltensweisen in einer Beziehung, die dazu führen können, dass diese langfristig scheitert.
Die »Verteidigung« als apokalyptischer Reiter in einer Beziehung zeigt sich in verschiedenen Formen. Es kann sich um ständige Rechtfertigungen, Schuldzuweisungen oder das Abblocken von Kritik handeln. Wenn einer oder beide Partner in einer Beziehung ständig in die Verteidigungshaltung gehen, kann dies zu einer negativen Spirale führen, die die Beziehung zunehmend belastet.
Gottman betont, dass es wichtig ist, die »Verteidigung« in einer Beziehung zu erkennen und aktiv dagegen anzugehen. Statt einander zu rechtfertigen oder die Schuld zuzuweisen, ist es wichtig, offen miteinander zu kommunizieren und Konflikte konstruktiv anzugehen. Dies erfordert gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, an der eigenen Kommunikation und am Umgang mit Konflikten zu arbeiten.
In seinem Buch gibt Gottman auch konkrete Tipps, wie Paare die »Verteidigung« überwinden können. Dazu gehören unter anderem das Zuhören ohne Unterbrechungen, das Vermeiden von Schuldzuweisungen und das Einnehmen einer offenen Haltung gegenüber Kritik. In dem Paare lernen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen und einander zu unterstützen, können sie die negativen Auswirkungen der »Verteidigung« in ihrer Beziehung minimieren.
Es ist wichtig zu betonen, dass die »Verteidigung« nur einer von mehreren apokalyptischen Reitern ist, die laut Gottman das Ende einer Beziehung bedeuten können. Dennoch bietet die Auseinandersetzung mit diesem Thema die Möglichkeit, Beziehungen zu stärken und langfristig zu erhalten. Indem Paare sich bewusst mit ihrem eigenen Kommunikationsverhalten auseinandersetzen und an einer konstruktiven Konfliktlösung arbeiten, können sie den apokalyptischen Reitern erfolgreich entgegentreten und ihre Beziehung auf eine gesunde Basis stellen.
Als welchem Grund ist Verteidigung als Reaktion auf eine Kritik nicht förderlich?
Verteidigung als Reaktion auf Kritik ist oft nicht förderlich, da sie zu einer Eskalation führen kann. Anstatt die Kritik anzunehmen und konstruktiv damit umzugehen, neigen wir dazu, uns zu rechtfertigen und die Schuld von uns zu weisen. Dies führt in der Regel zu einem unproduktiven Streit und verhindert eine konstruktive Lösung des Problems.
Eine Alternative zur Verteidigung ist es, die Kritik als konstruktives Feedback zu betrachten. Anstatt sofort zu reagieren, lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und die Kritikobjektive zu betrachten. Vielleicht steckt tatsächlich ein wertvoller Hinweis oder eine Anregung zur Verbesserung dahinter.
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Kritik nicht immer persönlich gemeint ist, sondern oft dazu dient, uns auf Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten hinzuweisen. Statt in die Verteidigung zu gehen, sollten wir versuchen, die Kritik anzunehmen und konstruktiv damit umzugehen. Dies bedeutet, dass wir aktiv zuhören, nachfragen und uns gegebenenfalls für unsere Fehler entschuldigen.
Letztlich ist es wichtig, aus der Kritik zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Indem wir die Verteidigungshaltung aufgeben und konstruktiv mit Kritik umgehen, schaffen wir eine positive und produktive Arbeits- und Beziehungsumgebung.
Als welchem Grund ist Rechtfertigung und Relativierung als Reaktion auf eine Kritik, Vorwurf oder Beschwerde nicht förderlich?
Rechtfertigung und Relativierung als Reaktion auf Kritik, Vorwürfe oder Beschwerden sind oft nicht förderlich, da sie die Situation eher verschärfen können. Anstatt sich zu rechtfertigen oder die Kritik zu relativieren, ist es oft sinnvoller, die Kritik konstruktiv anzunehmen und nach Lösungen zu suchen.
Eine Rechtfertigung kann dazu führen, dass die andere Person sich nicht ernst genommen fühlt oder der Eindruck entsteht, man wolle sich nur aus der Verantwortung ziehen. Auch Relativierungen können dazu führen, dass die ursprüngliche Kritik nicht ernst genommen wird und die Situation eskaliert.
Die Alternative zur Rechtfertigung und Relativierung ist es, die Kritik als konstruktives Feedback zu betrachten und sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Das bedeutet, zuzuhören, die Perspektive der anderen Person zu verstehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Es ist wichtig, die Kritik ernst zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen, anstatt sich zu verteidigen oder die Kritik abzuschwächen.
Indem man die Kritik konstruktiv aufnimmt und nach Lösungen sucht, kann man dazu beitragen, Missverständnisse auszuräumen, Konflikte zu lösen und das Verhältnis zu anderen zu verbessern. Statt sich zu rechtfertigen, ist es oft förderlicher, die Chance zur Reflexion und Veränderung zu nutzen.
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Titel: Apokalypse jetzt? Verteidigung, Rechtfertigung, Relativierung