Warum Veränderung ein Problem benötigt

Wer was ändern will braucht ein Problem

Warum Veränderung ein Problem benötigt. Ein Gedanke, der zunächst paradox klingt – und doch befreiend ist: Nicht der reibungslose Verlauf bringt uns weiter, sondern das Problem, das uns zwingt, neue Wege zu gehen. Was das für Paare in einer Konfliktlage bedeutet.

Seiteninhaltsverzeichnis: Wer etwas ändern will, benötigt ein Problem – systemisch

5 Sterne Qualität: Kompetent – Nah – Menschlich
  1. Der Grundgedanke – und woher er stammt
  2. Ein Problem ist kein Fehler, sondern eine Voraussetzung
  3. Mehr als „Krise als Chance"
  4. Drei Lebensbereiche: ich, wir, Gesellschaft
  5. Was das für Paare in einer Konfliktlage bedeutet
  6. Vom Problem zur Handlungsmöglichkeit
  7. Unser Ansatz: wir analysieren nicht
  8. Häufige Fragen
  9. Jetzt Unterstützung holen

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Alle Erst- und Abklärungsgespräche unterliegen unserer 100 % Zufriedenheitsgarantie. Systemische Paartherapeuten der Heidelberger Schule · über 8.000 gemeinsame Beratungen in zwei Jahrzehnten.


Der Grundgedanke – und woher er stammt

In über zwei Jahrzehnten Beratung sehen wir es immer wieder: Menschen verändern sich selten aus reinem Wohlbefinden heraus. Was uns wirklich in Bewegung bringt, ist meist ein Problem – etwas, das spürbar nicht mehr stimmt und nach einer Antwort verlangt. Solange alles glatt läuft, bleibt vieles, wie es ist.

Diesen Gedanken hat der Autor und Therapeut Michael Mary auf den Punkt gebracht. Wir greifen ihn hier aus systemischer Sicht auf, weil er detailliert beschreibt, was wir in der Paarberatung täglich erleben – und weil er Paaren in einer Konfliktlage einen ganz anderen, entlastenden Blick auf ihre Situation eröffnet.

Zum Weiterlesen

Michael Mary: Wer etwas ändern will, benötigt ein Problem. Das Leben lässt fragen, wo du bleibst. (nordholt-verlag). Eine lesenswerte Vertiefung des Gedankens für alle, die ihn über die Partnerschaft hinaus betrachten möchten – mehr dazu auf der Webseite des Autors.

Ein Problem ist kein Fehler, sondern eine Voraussetzung

Im Alltag erleben wir ein Problem als Störung, oft als persönliches Versagen. Systemisch betrachtet ist es etwas anderes: eine Information. Es zeigt an, dass eine bisherige Lösung nicht mehr trägt und etwas in Bewegung geraten möchte. Das Problem ist damit nicht das Gegenteil von Entwicklung, sondern ihr Anfang.

Mehr noch: Aus systemischer Sicht ist ein Problem oft selbst ein Lösungsversuch – der Anlauf, mit einer schwierigen Lage überhaupt umzugehen. In diesem Sinne trägt es bereits einen Hinweis auf seine eigene Auflösung in sich. Deshalb schauen wir nicht defizitorientiert auf Menschen: Wer ein Problem hat, ist nicht „gestört“ oder „kaputt“, sondern steht am Beginn einer möglichen Entwicklung.

Dieser Perspektivwechsel nimmt Druck heraus. Wer in einer Konfliktlage steckt, hat nicht „etwas falsch gemacht" – sondern steht an einem Punkt, an dem Veränderung möglich wird. Genau das ist gemeint, wenn es heißt: Wer etwas ändern will, benötigt ein Problem.

Mehr als „Krise als Chance"

Dieser Gedanke ist nicht zu verwechseln mit dem verbreiteten „Mach das Beste daraus". Es geht nicht darum, eine schwierige Lage im Nachhinein schönzureden oder Schadensbegrenzung zu betreiben. Das wäre zu wenig.

Der Punkt reicht weiter: Probleme und Konfliktlagen sind nicht der bedauerliche Unfall auf einem ansonsten geraden Weg, sondern der natürliche Weg selbst, auf dem ein Leben – und eine Beziehung – sich anpasst und weiterentwickelt. Niemand bleibt davon verschont, und genau das macht Entwicklung erst lebendig.

Drei Lebensbereiche: Ich, Wir, Gesellschaft

Der Gedanke lässt sich auf drei Ebenen anwenden: auf den einzelnen Menschen, auf die Partnerschaft und auf das gesellschaftliche Miteinander. Auf jeder Ebene gilt dasselbe Muster – Stillstand bleibt, bis ein Problem die Frage stellt: Wie soll es weitergehen?

Uns interessiert hier vorwiegend die mittlere Ebene, das „Wir". Denn in der Partnerschaft treffen zwei Entwicklungswege aufeinander, die nicht immer im selben Takt verlaufen. Genau aus dieser Reibung entstehen die Probleme, die ein Paar weiterbringen können.

Was das für Paare in einer Konfliktlage bedeutet

Viele Paare kommen mit dem Gefühl zu uns, ihre Beziehung sei „gescheitert", weil es Probleme gibt. Der hier beschriebene Blick dreht das um: Das Problem ist nicht der Beweis des Scheiterns, sondern oft der Moment, in dem Entwicklung überhaupt erst möglich wird. Der Leidensdruck, so unangenehm er ist, trägt die Energie für Veränderung in sich.

Das bedeutet nicht, Probleme herbeizusehnen oder Konflikte zu suchen. Es bedeutet, eine vorhandene Konfliktlage nicht nur als Last zu sehen, sondern als Hinweis darauf, dass etwas zwischen Ihnen reifen möchte – und dass jetzt der Zeitpunkt ist, gemeinsam hinzuschauen.

Ein Beispiel aus dem Beratungsalltag: Manche Paare streiten immer wieder über dasselbe. Aus etwas Abstand betrachtet kann ein solcher Streit auch etwas leisten – er hält den Kontakt aufrecht, wo Nähe auf anderem Weg gerade schwerfällt. Das ist keine Schuldfrage, sondern eine Wechselwirkung, die sich verstehen und Schritt für Schritt verändern lässt.

Vom Problem zur Handlungsmöglichkeit

Wenn ein Problem die Voraussetzung für Veränderung ist, verschiebt sich die entscheidende Frage. Wir fragen weniger: „Warum haben wir dieses Problem?“ – das führt in die Ursachen- und Schuldsuche – als vielmehr „Wozu fordert es uns gerade heraus, und was ist unser nächster Schritt?“. Damit wandert der Blick von der Vergangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft.

Genau hier setzt unsere Arbeit an: Wir betrachten die Wechselwirkungen zwischen Ihnen und übersetzen den Druck, den ein Problem erzeugt, in konkrete Handlungsmöglichkeiten. Aus „Wir kommen nicht weiter" wird Schritt für Schritt „Das könnten wir ausprobieren".

Unser Ansatz: Wir analysieren nicht

Wir analysieren nicht und suchen keine Schuld. Wir blicken nicht zurück auf Ursachen, Vergangenheit oder Versäumnisse, sondern darauf, was zwischen Ihnen geschieht und welche Wege sich öffnen. Das Problem ist dabei kein Makel, den es zu beseitigen gilt, sondern der Ausgangspunkt, von dem aus Veränderung beginnt.

Wie das konkret aussieht, lesen Sie auf unseren Seiten zur Paarberatung und im Überblick zu Krisen & Konflikte.

Häufige Fragen

Was bedeutet „Wer etwas ändern will, braucht ein Problem“?

Der Gedanke besagt, dass echte Veränderung selten aus Zufriedenheit entsteht, sondern aus einem Problem, das uns zwingt, neue Wege zu gehen. Ein Problem ist damit nicht das Gegenteil von Entwicklung, sondern ihr Ausgangspunkt. Der Gedanke geht auf den Therapeuten Michael Mary zurück.

Heißt das, ich soll Probleme suchen?

Nein. Es geht nicht darum, Probleme herbeizuführen, sondern darum, eine vorhandene Konfliktlage anders zu deuten. Das Unangenehme trägt die Energie für Veränderung in sich – wer das erkennt, kann den Druck konstruktiv nutzen, statt nur unter ihm zu leiden.

Ist das nicht einfach „Krise als Chance“?

Nein, der Gedanke reicht weiter. „Krise als Chance" bedeutet oft nur Schadensbegrenzung im Nachhinein. Hier ist das Problem nicht der Unfall auf einem geraden Weg, sondern der natürliche Weg selbst, auf dem sich Entwicklung vollzieht.

Was bedeutet dieser Gedanke für unsere Partnerschaft?

Dass eine Konfliktlage kein Beweis des Scheiterns ist, sondern häufig der Moment, in dem Entwicklung möglich wird. Zwei Menschen entwickeln sich nicht immer im selben Takt – aus dieser Reibung entstehen Probleme, die ein Paar weiterbringen können, wenn beide hinschauen.

Brauchen wir dafür eine Paarberatung?

Nicht zwingend – der Perspektivwechsel allein kann schon entlasten. Wenn Sie aber spüren, dass Sie sich im Kreis drehen, hilft ein begleiteter Rahmen, den Druck in konkrete Handlungsmöglichkeiten zu übersetzen.

Jetzt Unterstützung holen

Wenn Sie Ihre aktuelle Konfliktlage nicht nur aushalten, sondern als Ausgangspunkt für Veränderung nutzen möchten, begleiten wir Sie dabei – lösungsorientiert, ohne Bewertung und auf Augenhöhe.

Wir, Bernd und Doris Nickel, sind beide zertifizierte systemische Paartherapeuten der Heidelberger Schule (SI-HD, PD Dr. med. Arnold Retzer) und VFP-Mitglieder. Bernd Nickel ist zusätzlich Zertifikatsinhaber der systemischen Sexualtherapie (Prof. Clement, IGST-HD) und DGSF-Mitglied. Über 8.000 gemeinsame Beratungen in zwei Jahrzehnten sind die Grundlage unserer Arbeit. Unsere Tätigkeit ist Beratung und Begleitung – keine Heilkunde und keine Wohlfahrtspflege.

Unsere 100 % Zufriedenheitsgarantie

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