Platonisch - keine sexuelle Anziehung vorhanden

Fachpraxis für systemische Paarberatung und systemische Sexualberatung

Platonisch - keine sexuelle Anziehung vorhanden

Wenn einer der Partner keine Sexualität wünscht, bedeutet dies nicht automatisch, dass keine Liebe vorhanden ist. Entscheidend ist vielmehr, ob dieser Zustand früher anders war, welche Gründe für die Ablehnung vorliegen – und was dies für den weiteren Verlauf der Partnerschaft bedeutet.
Es gibt durchaus Beziehungen, in denen von Anfang an die sexuelle Chemie nicht so extrem ausgeprägt ist, wie vielleicht bei dem Ex-Partner – dafür stimmt es aber auf anderen Ebenen optimal und beide Partner geben diesen Aspekten eine größere Priorität. Sofern beide mit diesem Umstand glücklich sind, ist dies also kein Problem.
Hier ergründen zu wollen, warum die sexuelle Energie mit manchen Menschen, die man auf anderer Ebene hochgradig schätzt, nicht so „explosiv“ ausgeprägt ist, wie in anderen Konstellationen, ist müßig – Manches kann man einfach nicht wirklich erklären und sollte es vor allem nicht erzwingen wollen.

Leben wie „Bruder und Schwester“?

In manchen Beziehungen wird sogar per Beschluss gänzlich auf Sexualität verzichtet.
Mit der Umschreibung: „Wir leben wie Bruder und Schwes ter" definieren und leben Paare meist eine freundschaftliche Liebe, also eine Liebe, die darauf beruht, einander Gutes zu tun und sich gegenseitig in den Wesenseigenarten zu bestärken. Tref fender würden sie also von einer freundschaftlichen Liebe sprechen, denn mit Bruder-Schwester-Verhältnissen hat dies wenig zu tun.
Gegen eine freundschaftliche, dem Wesen des Partners zugewandte Liebe oder eine reine Lebensbegleitung ohne Sexualität, ist nichts einzuwenden – vorausgesetzt, beide Partner empfinden sie als beglückend, ohne ihr sexuelles Begehren um der Beziehung willen zu unterdrücken.
Sobald einer oder gar beide Partner die Sexualität ver missen und sich über ihre ausschließlich freundschaftliche und zu we nig leidenschaftliche Liebe beklagen, lohnt es sich, die jeweiligen Verhaltensweisen und die dahinter liegenden Überzeugungen, Zwänge und Ängste zu erforschen. Das Stichwort hierbei ist Selbstoffenbarung, Offenheit und Mut zu neuen Wegen.

Die Lust ist weg – und nun?

Andere Paare erleben in den ersten Monaten ihrer Partnerschaft, oder auch über einige Jahre eine leidenschaftliche und erfüllte Sexualität.
Auf einmal schwinden jedoch Anziehung, Lust und Verlangen. Meist ist zumindest einer der Partner enttäuscht, fühlt sich zurückgesetzt und leidet, weil sein Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Sexualität nicht erfüllt wird.

Ursachen für die sexuelle Lustlosigkeit eines Partners können zum Beispiel sein:

- Durchlaufene oder bestehende emotionale Unzufriedenheit und Krisen
- Destruktive Kritik, Streit und mangelnde Wertschätzung
- Machtkämpfe und Vertrauensbruch auf emotionaler Ebene
- Krankheiten oder hormonelle Gründe
- Berufliche oder finanzielle Schwierigkeiten und Stress
- Die Geburt eines Kindes oder Probleme mit Kindern
- Ein Seitensprung oder eine Affäre des Partners
- Sich verändernde und zunehmend unterschiedliche Bedürfnisse
- Eigene Sinnkrise im Leben

Jede Kritik, jeder Streit, jeder Stress und jede Krise wirkt wie ein erfolgreicher „Liebestöter“ – gerade wer sich verletzt und missachtet fühlt, zieht sich zurück, sucht Schutz in sich selbst und lässt Nähe nicht gerne zu. Lust und begehren können so nicht entstehen.Womit auch bewiesen wäre, dass Sex keinesfalls eine rein körperliche Angelegenheit ist.
Da vielen Menschen Sexualität sehr wichtig ist, bleibt es nicht aus, dass sich lustlose Partner sehr stark unter Druck gesetzt fühlen, sexuell funktionieren zu müssen.
Diese Einschränkung ihrer Autonomie führt verständlicherweise zu Ärger und Ablehnung, was eine zusätzliche Verkrampfung und somit eine sich wiederum steigernde Lustlosigkeit zur Folge hat – ein Teufelskreis ohne Ende.
Kein Partner ist verpflichtet sich dem anderen hinzugeben. Auch hier gilt Ehrlichkeit, Offenheit und Echtheit. Jeder sollte JA zu sich sagen, auch wenn dies vorerst ein NEIN an den Partner bedeutet.
Anstatt sich aber nun still der Enttäuschung und dem Druck zu überlassen oder das eigene Bedürfnis gar „erzwingen“ zu wollen, ist es wichtig, miteinander in den Austausch zu kommen.
Oft ist es ratsam, auch fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Gründe der Lustlosigkeit leichter zu entdecken und somit auch eine wirklich konstruktive Lösung zu finden.

Stehen Sie zur Ihrer Lust – und zu Ihrer Lustlosigkeit.
Entdecken Sie mehr über die Ursachen, über sich selbst und auch über neue Möglichkeiten für Sie als Paar!

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Bernd Nickel Systemischer Berater Mitglied im Berufsverband DGSF und VFP

Bernd Nickel (Autor)

zertifizierter systemischer Paartherapeut, Paarberater, Paarcoach,
Mitglied in den Berufsverbänden DGSF und VFP