Tabu? Gleichgeschlechtliche Liebe

Warum ist Homosexualität noch immer so umstritten?

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Homosexualität, also Sexualität und Liebe unter gleichen Geschlechtern gehört von jeher zur Geschichte der Menschheit. 
Leider führt dieser Umstand jedoch bis heute noch nicht zu Normalität und Wertfreiheit in Auslebung und Umgang. Warum ist die gleichgeschlechtliche Liebe aber noch immer ein Tabu?

Straffreiheit für die gleichgeschlechtliche Liebe

Seit nunmehr 20 Jahren werden zwar mit Verabschiedung des „"Schwulenparagrafen" 175“ homosexuelle Kontakte nicht mehr unter Strafe gestellt – von einer wirklichen Gleichstellung und Anerkennung kann jedoch trotz aller bisherigen Schritte noch nicht gesprochen werden.

Homosexualität ist noch immer mit Scham behaftet

Kein Wunder also, dass gleichgeschlechtliche Sexualität und Verbindungen auch heute noch häufig von Stressfaktoren, Scham, Schuldgefühlen und Unfreiheit beeinflusst werden, die das jeweilige Paar betreffen. Wenn man davon ausgeht, dass die Sexualität selbst bei Paaren, die nicht der Kritik oder Ablehnung gesellschaftlicher Normen unterliegen, durchaus unter Missverständnissen, Streit wegen unterschiedlicher Bedürfnissen oder anderen Hemmnissen zu leiden hat, wird klar, dass gleichgeschlechtlich liebende oft einem noch höheren Druck ausgesetzt sind.

Outing vs. geheimhaltung: Unterschiedlicher Umgang mit Homosexualität in der Partnerschaft

Meist ist einer der Partner „revolutionärer“, hat sich geoutet und steht zu seiner sexuellen Neigung. Der Andere ist aufgrund seiner sozialen Herkunft jedoch vielleicht anders geprägt, leidet und geht mit Vorurteilen oder Hindernissen entsprechend auch anders um.

Dies kann die gesamte Beziehung belasten und somit auch wieder die Sexualität. Auch in der heterosexuellen Sexualität herrschen noch viele Klischees, Vorurteile und Schamgefühle – in einer homosexuellen Verbindung ist dies also ebenso nicht ungewöhnlich. Vielleicht hat einer der Partner seine eigentlich wahre Neigung lange verdeckt und ein Doppelleben geführt. Oder sich gar „pro forma“ hinter einer heterosexuellen Partnerschaft versteckt. Sich nun plötzlich outen und ausleben zu können, führt in einigen Fällen vorerst zu sexuellen Blockaden, so unlogisch dies auch klingen mag.

Unterschiedliche Bedürfnisse im Umgang mit der Sexualität

Unterschiedliche Bedürfnisse spielen natürlich auch bei der Sexualität gleichgeschlechtlicher Partner eine Rolle – hier gilt es, die Grenzen, aber auch Wünsche des Anderen kennenzulernen, sich zu öffnen und mit absoluter Ehrlichkeit zu sich zu stehen.

Hierfür ist eine angenehme und diskrete Atmosphäre des Vertrauens unabdingbar und hilft, in einen konstruktiven Austausch zu kommen. Fragen, Probleme oder Krisen im Bereich der gleichgeschlechtlichen Sexualität stellen kein Tabu dar – es geht schließlich um Ihr Wohlbefinden als Einzelperson und auch als Paar!