Eckpunkte der Partnerschaft

Fachpraxis für systemische Paarberatung und systemische Sexualberatung

Paarberatung - Liebe leben

Geduld

Geduld ist nicht nur im Leben, sondern auch in der Liebe eine Tugend. Jeder Mensch bewegt sich, wächst und entwickelt sich nach seinem ganz individuellen Tempo und Rhythmus. In einer Partnerschaft müssen beide lernen, den Zeitplan des anderen zu respektieren, sei es nun im physischen, emotionalen, intellektuellen oder spirituellen Bereich.

Akzeptanz

Akzeptanz gehört zu den Lektionen, die man im Rahmen einer Beziehung jeden Tag wieder neu lernen und üben muss. Dabei reicht der Bogen der Akzeptanz von den Eigenheiten des Partners über Dinge, die man als Fehler betrachtet, bis hin zu seiner Art, irgendwelche Dinge zu tun. Jedes Paar muss mit Unterschieden zurechtkommen. Dabei ist der grundsätzliche Wille, den Partner genau so zu akzeptieren, wie er ist, als Verhandlungsgrundlage unumgänglich.

Doch wie kann man all diese Dinge akzeptieren, die einen stören, nerven oder gar ärgern? Die Antwort liegt darin, dass man seinem Partner das gleiche bedingungslose Verständnis und das gleiche Maß an Akzeptanz zugesteht, das man sich auch für sich selbst wünscht, und dass man außerdem lernt, mit den Marotten, die einem auf die Nerven gehen, zu leben. Ihr Partner mag Ihnen viel Freude bereiten, aber er ist nicht nur auf die Erde gekommen, um Ihnen zu gefallen und Ihnen alles recht zu machen. Er bildet eine Einheit für sich, und wenn es idealerweise zu seinen Zielen zählt, Sie glücklich zu machen, so ist das noch lange nicht sein einziges Ziel. Denken Sie immer daran, dass er ein Mensch mit Bedürfnissen, Wünschen und Plänen ist, genau wie Sie; das wird Ihnen das Erlernen der Akzeptanz-Lektion erheblich erleichtern.

Akzeptieren Sie Ihren Partner, wie er ist? Wenn nicht, versuchen Sie sich einmal vorzustellen, wie Sie sich fühlen würden, wenn Ihr Partner irgendetwas an Ihnen nicht akzeptieren würde. Vielleicht hilft Ihnen das zu erkennen, dass bedingungslose Akzeptanz zu den wertvollsten Geschenken gehört, die eine Liebesbeziehung zu bieten hat.

Verzeihen

Nirgendwo ist das Verzeihen von Verfehlungen mit so vielen Emotionen befrachtet wie in Liebesbeziehungen. Wenn zwei Menschen eine Einheit bilden, die auf Vertrauen basiert, und dieses Vertrauen erschüttert wird, bedarf es großer Stärke und Überwindung, dem anderen zu verzeihen. Da aber jeder seine Lektionen zu lernen hat - auch Ihr Partner -, müssen Sie manchmal auch verzeihen können. Ihre Beziehung wird Ihnen viele Gelegenheiten bieten, die Lektion des Verzeihens zu lernen.

Jedes Mal wenn Sie mit Worten oder Umständen konfrontiert sind, die gegen Ihre gemeinsamen Grundvereinbarungen verstoßen, haben Sie die Wahl - in Ihrem Ärger zu verharren oder zu verzeihen. Ärger macht Sie kleiner, während Vergebung Sie zwingt, über das, was Sie waren, hinauszuwachsen. Sich für das Verzeihen zu entscheiden ist nicht einfach, aber Sie haben keine andere Wahl, wenn Sie ernsthaft daran interessiert sind, die Beziehung aufrechtzuerhalten und wenn Ihr Verhältnis weiterhin von Authentizität geprägt sein soll.
Leider ist es aber manchmal auch notwendig, größere, schwer wiegendere Regelverstöße wie das Verschweigen wichtiger Informationen, eine Lüge oder die Missachtung eines Teils der Grundvereinbarungen zu verzeihen. Das sind die dunkelsten und anstrengendsten Seiten einer Beziehung, denn man muss bis in die Tiefe seines Herzens hinabsteigen, um die Stärke und die Bereitschaft zur Vergebung zu finden.

Seinem Partner zu verzeihen bedeutet nicht, dass man ihm seine Verfehlungen an sich vergibt oder über Verstöße hinweggeht und einfach akzeptiert, dass einem Unrecht getan wurde. Es bedeutet vielmehr, dass man zu seinen Gefühlen steht, sich mit ihnen auseinander setzt und schließlich einen Weg findet, seinen Partner wieder als jemanden zu sehen, der einfach nur ein Mensch ist, genau wie man selbst. Dies ist eine der schwierigsten Lektionen, doch kommen Sie nicht umhin, sie zu lernen, wenn Ihre Beziehung Bestand haben soll.
Wenn Sie sich von Ihrer Beziehung auf den Pfad der Überraschungen und Entdeckungen leiten lassen, wird sich Ihre Welt für ungewöhnliche, neue Einsichten und Wachstumsmöglichkeiten öffnen. Der eigentliche Zweck einer authentischen Beziehung besteht darin, Freude und Spaß zu machen und Ihnen Gelegenheit zur Entwicklung Ihrer Persönlichkeit zu geben. Wenn beide Partner diese Gelegenheiten nutzen, können sie viel über sich selbst erfahren - ihre Fähigkeiten, ihre Grenzen, ihre Schwachstellen - und die ganz besonderen Lektionen lernen, die ihren Lebensweg bereichern.

Vorstellungen und Erwartungen

Wir alle treten mit bestimmten Erwartungen an eine Beziehung heran. Jeder hat seine ganz eigenen Vorstellungen davon, wie die Beziehung aussehen soll, wie der Partner sich verhalten und kleiden soll, wie er oder sie reden, Auto fahren, essen, Wein bestellen, die Zähne putzen, die Wäsche pflegen, den Tisch decken und Sex machen soll, je nach dem, was wir als richtig empfinden. Die meisten von uns erwarten natürlich keine »perfekten« Partner, doch wir hätten gern, dass sie alles genau so machen, wie wir es von ihnen erwarten.
Während unserer Kindheit werden wir alle in einer bestimmten Weise geprägt. Wir lernen direkt und indirekt von unseren Erziehern, was »normal« ist, und mit dieser festen Vorstellung im Kopf gehen wir dann in die Welt hinaus und erwarten, dass sie unserem Bild entspricht. Oft richten wir uns dabei unbewusst nach den Mustern unserer Eltern - ob sie nun effektiv sind oder nicht -, weil wir sie so stark verinnerlicht haben. Diese Schablonen geben uns vor, wie die Dinge »sein sollten«.
Da aber jeder Mensch einer einzigartigen Familie entstammt, sind unsere Vorstellungen davon, was »normal« ist, entsprechend unterschiedlich. Wenn nun die gebündelten Erwartungen zweier Menschen aufeinander stoßen, kommt es zu einer Eruption. Es gibt jede Menge Enttäuschungen und immer stärkere Spannungen, weil beide Partner unbewusst versuchen, den anderen in die ihrer Meinung nach »richtige« Form zu pressen. Damit beginnt der Teufelskreis aus Missverständnissen, Enttäuschungen, Anklagen und Mauerbau.
Sie sehen, Schablonen können verheerende Auswirkungen auf eine Beziehung haben. Sie verleiten uns dazu, unausgesprochene Erwartungen an unsere Partner zu stellen, die dann zu Enttäuschungen führen. Ihr Partner ist kein Gedankenleser und kann, unabhängig davon, wie nah Sie sich sind, niemals wirklich wissen, was Sie in einem bestimmten Moment denken und fühlen. Sie müssen ihm sagen, was Sie bewegt, was er wissen soll und was Sie sich von ihm wünschen,
Annahmen und Vermutungen berauben Sie auch des Kommunikationsprozesses. Wenn Sie zu wissen glauben, was Ihr Partner will, werden Sie ihn wahrscheinlich nicht danach fragen. Dadurch verpassen Sie die Gelegenheit, die so wichtigen Gespräche zum gegenseitigen Kennenlernen zu führen und Verbindungsfäden zwischen Ihnen beiden zu weben. Vermutungen unterbinden das Erkunden und lassen keinen Raum für Offenbarungen.
Im Endeffekt wird fast jeder Partnerkonflikt durch unbewusste Vorstellungen und Mutmaßungen sowie die daraus entstehenden unausgesprochenen Erwartungen verursacht.

Keine Urteile

Wirklich sicher ist eine Umgebung nur, wenn beiden Seiten auf Bewertungen verzichten. Verurteilungen und Kritik schaffen ein Klima, in dem sich die Gesprächspartner eingeengt, angespannt und bedroht fühlen, so dass viele sich lieber innerlich verschließen als Unannehmlichkeiten und Schmerzen zu riskieren indem sie sich öffnen. Eine Atmosphäre der Sicherheit und Hilfsbereitschaft öffnet die Kommunikationswege und stärkt das Vertrauen zwischen den Partnern, wohingegen ein bedrohliches Umfeld Kommunikation zum Erliegen bringt und eine Kluft zwischen den Kontrahenten entstehen lässt.
Um für den Menschen, den Sie lieben, ein sicheres Umfeld zu schaffen, müssen Sie sich jeglichen Urteils enthalten. Hören Sie sich die Gedanken und Gefühle, die Beobachtungen, Sorgen oder Ängste Ihres Partners an, ohne einen Kommentar abzugeben und ohne ihn zu kritisieren oder anzugreifen. Fallen Sie ihm nicht in das Wort. Verzichten Sie darauf, seine Worte oder Taten zu bewerten, damit er sich in dem sicheren Gefühl Ihrer Anwesenheit frei äußern kann, ohne Missfallen oder Zurückweisung befürchten zu müssen. Sie müssen Ihrem Partner die Möglichkeit geben, alles, was ihm durch den Kopf geht, »ins Blaue« hinein sagen zu können, d. h. in einer Umgebung bedingungsloser Unterstützung, Ermutigung und Akzeptanz.
Wenn Ihr Partner Ihnen beispielsweise erzählt, dass er von seinem Job die Nase voll hat und kündigen will, würde der Urteilsverzicht von Ihnen verlangen, dass Sie ihm einfach zuhören, ohne sofort zu fragen, wie er dann in Zukunft seinen Lebensunterhalt bestreiten will, oder anzumerken, dass er übereilt handelt. Wenn Ihnen Ihr Geliebter gesteht, dass er Ihre Eltern nicht besuchen möchte, weil er sich dort nicht willkommen fühlt, dann sollten Sie auf eine Bewertung verzichten und Ihren Partner auffordern, Ihnen mehr über diese Gefühle zu erzählen, anstatt sie für nichtig zu erklären.
Der Urteilsverzicht fällt Ihnen vielleicht leichter. wenn Sie sich vorstellen, Ihnen stände ein Kind gegenüber, das Angst hat, die Wahrheit zu sagen. Wenn Sie Ihrem Partner freundlich und mitfühlend zuhören, können Sie den Teil von sich ausklammern, der nach Schwachpunkten sucht. auf die er sich stürzen kann. Diese Art des Annehmens hält Sie beide als Partner zusammen, anstatt Sie zu Gegnern zu machen, und bietet die Möglichkeit, dass Sie sich gegenseitig in einer Atmosphäre der Geborgenheit zeigen, wer Sie wirklich sind.

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Bernd Nickel Systemischer Berater Mitglied im Berufsverband DGSF und VFP

Bernd Nickel (Autor)

zertifizierter systemischer Paartherapeut, Paarberater, Paarcoach,
Mitglied in den Berufsverbänden DGSF und VFP