Schlechtes Streiten in der Partnerschaft vermeiden

Kritik und Verteidigung sind 2 destruktive Aktionen

Auseinandersetzungen gibt es in jeder Partnerschaft. Dabei kann es um Kleinigkeiten wie die herumliegende Wäsche gehen oder um existenzielle Fragen wie die Themen Treue oder Familienplanung. Streit an sich ist dabei weder gut noch schlecht. Vielmehr geht es um die Frage, wie gestritten wird. In diesem Beitrag lesen Sie, wie Sie schlechten Streit vermeiden und ihn in eine konstruktive Auseinandersetzung verwandeln.

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Über die Veränderung der Streitkultur in der Gesellschaft

Mit der Gesellschaft hat sich auch die Streitkultur innerhalb der Beziehung verändert. In Zeiten, in denen der Mann der alleinige Ernährer der Familie war und die Ehe mehr aus wirtschaftlichen, denn aus emotionalen Gründen eingegangen wurde, gab es eine klassische Rollenverteilung. Die Frau stand am berühmten Herd und hatte den Anweisungen des Hausherren Folge zu leisten. Mit der Emanzipierung der Frau, wuchs auch ihr Mitgestaltungsrecht innerhalb der Partnerschaft. Im 21. Jahrhundert werden die meisten Partnerschaften gleichberechtigt gelebt – daraus ergeben sich neue Chancen, aber auch neue Streitpunkte.

Zwei Persönlichkeiten, zwei Meinungen

Statt nur einer Meinung – der des Mannes – gibt es in modernen, partnerschaftlichen Beziehungen zwei Meinungen, zwei Bedürfnisse, zwei Perspektiven. In der Beziehung geht es nun vielmehr darum, Kompromisse zwischen diesen unterschiedlichen Bedürfnissen zu finden. Auch die unterschiedlichen Normen und Werte, die beide Partner aus ihrem Elternhaus mitbringen, müssen unter einen Hut gebracht werden. Aus diesem Prozess ergeben sich zwangsläufig auch Konflikte. Während traditionelle Ehen ökonomisch nach einem festgelegten Muster geführt wurden, ist die Ökonomie aus modernen Beziehungen nahezu verschwunden.

Konflikte im Alltag: Die häufigsten Streitpunkte

Die am häufigsten vorkommenden Konflikte lassen sich in modernen Partnerschaften auf die folgenden Punkte zurückführen:

Kontrolle

Je mehr Freiheiten die Partner innerhalb einer Beziehung einfordern, desto größer ist auch die Gefahr, dass ein Kontrollwunsch entsteht. Während es früher undenkbar war, dass die Dame des Hauses mit einem guten Freund zusammen ins Kino geht, ist dieses Szenario heute Realität. Dadurch kommt es schnell zu einem Kontrollwunsch.

Unsicherheit

In früheren Zeiten wurde die Ehe sprichwörtlich „bis dass der Tod euch scheidet“ geschlossen. Heute lauern an allen Ecken und Enden Versuchungen. Es kann theoretisch jeden Tag passieren, dass sich der Partner oder die Partnerin neu verliebt, die Sachen packt und auszieht. Daraus entsteht eine Unsicherheit in der Partnerschaft, die sich gerne in Streitigkeiten entlädt.

Veränderungen

Jede Partnerschaft verändert sich. Anfangs schüttet der Körper Adrenalin und Glückshormone aus, aber etwa nach einiger Zeit lässt diese anfängliche Aufregung allmählich nach. Früher oder später wird die Beziehung dadurch erstmals infrage gestellt. Auch Veränderungen wie die Geburt eines Kindes, Krankheit oder der Renteneintritt führen dazu, dass sich Beziehungen verändern und sich neue Konfliktpotenziale auftun.

Wertekonflikte

Jeder Mensch bringt seine eigenen Normen und Werte mit in die Beziehung. Darf der Fernseher beim Essen laufen oder nicht? Gehen wir sonntags in die Kirche oder schlafen wir lange? Im gemeinsamen Alltag entstehen aus diesen Fragen zahlreiche neue Konflikte.

Unterschiedliche Lebensziele

Der eine möchte Kinder, der andere reisen, feiern und das Leben in ‚Freiheit‘ genießen.

Unterschiedliche Lebenspläne bringen ein großes Konfliktpotenzial mit sich.

Rollenverteilung

Spätestens mit der Geburt des ersten Kindes kommen in fast allen Partnerschaften Konflikte in Bezug auf die Rollenverteilung auf. Wer geht arbeiten, wer übernimmt die Kinderbetreuung und den Haushalt und wieviel Haushalt und Kinderbetreuung muss auch derjenige leisten, der arbeitet?

Sexualität

Sexualität ist in einer Partnerschaft ein sensibles Thema. Der eine will mehr, der andere weniger oder plötzlich gar nicht mehr. Der eine hat besondere Wünsche, die der andere aber nicht zu erfüllen vermag. Manchmal aber auch vermeintlich nicht zu erfüllen mag, weil es eine offene Kommunikation nicht (mehr) gibt.


Daneben gibt es natürlich im Alltag und entsprechend der Persönlichkeit der Partner viele weitere mögliche Streitpunkte. Wichtiger als die Ursache des Streits ist es aber, diesen Konflikt konstruktiv zu führen.

Zerstörerische Streitformen in einer Beziehung

Schlechtes Streiten führt häufig zur Trennung oder zumindest dazu, dass die Partnerschaft nicht mehr glücklich ist. Dazu gehören unter anderem folgende Streitformen:

  • Mauern (Resignation und eisiges Schweigen)
  • Stundenlang andauernde Diskussionen
  • Streiten mit verletzenden Äußerungen und Vorwürfen
  • Streiten, um zu gewinnen
  • Kleinigkeiten im Streit überbewerten
  • Pauschale Vorwürfe („Du machst das immer so“)
  • Streits vor anderen Personen austragen
  • Eskalierende Streits mit Schreien und Gegenständen werfen
  • Streit mit Gewalt

Genauso destruktiv, wie schlechtes Streiten ist es im Übrigen, Streit unter allen Umständen vermeiden zu wollen. Aber wie lässt sich denn nun ein schlechter Streit in einen Lösungsversuch verwandeln?

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Optimales Streiten in der Partnerschaft sieht so aus:

Die Basis für einen konstruktiven Streit liegt darin, dass die Beziehung eine emotionale Tiefe voraussetzt. Außerdem sollten beide Partner eine konstruktive Strategie anwenden, damit ein Streit fruchtbar sein kann. Wenn der eine nach einer Lösung sucht, während der andere das Meißner Porzellan aus dem Fenster wirft, kann daraus nur selten etwas Positives entstehen.

Außerdem sollten die Streitenden „Du“-Botschaften vermeiden. Sagen Sie, wie Sie sich selbst fühlen und nicht, was der Partner falsch macht. Dadurch bekommt der Streit weniger einen Angriffscharakter, sondern liefert vielmehr Impulse für die Selbsteinschätzung. Wenn beide Partner die Kritikpunkte annehmen und sich und ihr Verhalten selbst reflektieren, dann kann die Beziehung daraus wachsen.

Eines der wichtigsten Punkte ist aber die Akzeptanz. Den anderen so annehmen, wie er ist und nicht zwangsweise versuchen, ihn zu verändern. Jede Beziehung und jeder Mensch haben natürliche Grenzen. Die Partner sollten erkennen, was in einer Beziehung möglich ist und nicht zwanghaft versuchen, nach dem Unmöglichen zu streben.

Wer das berücksichtigt, schafft damit die besten Voraussetzungen für eine glückliche Partnerschaft mit Streitigkeiten, die in einem konstruktiven Dialog enden.

 
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