Eifersucht – Gefühle zwischen Vertrauen und Kontrolle

Wenn Vertrauen und Wissen sich gegenüberstehen

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Vertrauen ist das Gegenteil von Wissen. Wer weiß, braucht nicht mehr zu vertrauen. Partnerschaften sind aber darauf angewiesen, dass der eine dem anderen vertrauen kann, denn niemand kann 24/7 wirklich wissen, was der andere tut. Der Mangel an Wissen führt häufig zu dem Gefühl, den anderen kontrollieren zu müssen.

In der Liebe gibt es keine Garantiescheine

Vorab: Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie nicht eifersüchtig sind, aber Angst verspüren, Ihren Partner zu verlieren, sind Sie bereits in Ihre eigene Falle getappt - ersetzen Sie das Wort Eifersucht einfach durch Verlustangst. Oft glaubt einer der Partner, dem anderen nur dann vertrauen zu können, wenn er einen Garantieschein für dessen Loyalität, Zuneigung und Treue erhält. Eine feine Idee – wo ich weiß, brauche ich nicht zu vertrauen! Vertrauen hat jedoch mit Wissen oder gar Garantie nichts zu tun – im Gegenteil. Vertrauen kann ausschließlich als Vorschuss geleistet werden. Was wirklich kommen wird, weiß nämlich niemand.

Kontrolle vs. Vertrauen: Niemand kann in die Zukunft sehen

Somit können wir natürlich auch niemals eine wirklich sichere Aussage über das zukünftige Verhalten des Partners erhalten. Wir wissen nicht, wie dieser zukünftig empfinden oder handeln wird. Eines ist jedoch gewiss – je mehr wir versuchen, unseren Partner zu manipulieren, um ihn „unter Kontrolle“ zu haben, desto eher wird er ausbrechen und exakt das tun, was wir ständig befürchten.

Du gehörst mir! Wenn aus Kontrolle ein Besitzanspruch entsteht

Ein bekanntes Zitat aus dem Film "Ein unmoralisches Angebot lautet; „Wenn du etwas liebst, lass es los. Wenn es zu dir zurückkommt, gehört es dir. Wenn es nicht zurückkommt, hat es dir nie gehört.“ Dazu ist natürlich anzumerken, dass ein anderer Mensch uns nie „gehört“. Leider breitet sich jedoch unter Partnern rasant ein Gefühl des Besitzdenkens aus, das aus mangelndem Selbstvertrauen und Verlustangst resultiert. Prompt wird spioniert, kontrolliert, hinterfragt und misstraut – die Eifersucht erlebt Hochkonjunktur.

Jeder ist für seine Eifersucht selbst verantwortlich

Auch wenn schlechte Erfahrungen aus vergangenen Zeiten häufig als willkommener Grund für Misstrauen, Verlustangst und Eifersucht dienen – letztendlich ist immer der von diesen Gefühlen belastete Partner verantwortlich, an diesem Umstand zu arbeiten.

Dem Anderen die Verantwortung für eigene Ängste und Befürchtungen zu übertragen, mag kurzfristig funktionieren, langfristig wird dies jedoch zu einer ernsthaften Bedrohung für die Partnerschaft. Wo Vertrauen fehlt, fehlt Selbstvertrauen – daran lässt sich erfolgreich arbeiten, so dass auch die belastende Eifersucht bald der Vergangenheit angehören kann!