Narzissmus Vorwort - Alle 3 Verhaltensarten

Eine Beziehung mit einem Narzissten ist nahezu unmöglich.

Wenn Sie die umfangreiche Literatur zu Paarbeziehungen, die auf dem Markt zu finden ist, einmal nach Themen gruppieren, werden Ihnen zwei Themen besonders häufig begegnen: Bindungsangst und Narzissmus. Diese beiden Themen gehören zu dem weiten Feld der Liebe, werden von mir hier aber nur angerissen, da es schon unendlich viele Bücher dazu gibt.

Wenn Sie nun in die Theaterwelt schauen, spiegeln sich diese beiden Themen in beinahe jedem Stück, sei es in der Oper, der Operette, dem Musical oder im Sprechtheater. Um diese beiden Themen entwickelt sich allzu leicht ein Drama. Zugleich wird ein anderer damit verwandter Beziehungsaspekt oft mehr oder weniger vergessen, es ist die „empathisch-fürsorgliche Liebe“. Wozu es nach meiner Kenntnis keine Literatur gibt, ist die „empathisch fürsorgliche Liebe“, die, wie Sie später sehen, auf gleichen Glaubenssätzen und Grundüberzeugungen beruht. Vielleicht wird sie deshalb vergessen, weil sie es ja offensichtlich nur gut meint, im Ansatz nur Gutes will, letztendlich aber auch heftigen Beziehungsstress generiert.

Die Verwandtschaft aller drei Verhaltensarten ist das Problem der Co-Abhängigkeit vom Partner und das mangelnde Selbstvertrauen. Allen drei Verhaltensarten liegt weiter ein mangelndes Urvertrauen zu sich zugrunde, was ja mit dem Selbstvertrauen in direkter Kausalität steht. Die Menschen, die daran leiden, konnten es bei ihren Eltern nicht entwickeln und suchen es im Partner, wo sie es mit Sicherheit nicht finden.

Alle 3 Verhaltensarten suchen dann das Urvertrauen im Partner, was garantiert der falsche Ort ist. Dieses Suchen des Urvertrauens im Partner hat dann die Begleiterscheinung der direkten oder indirekten Kontrolle. Kontrollfragen werden dann mit dem Mantel der Empathie verdeckt.

Während das Verhalten des Narzissten und des emphatisch Fürsorglichen oft sehr verschieden sind, kann man feststellen, dass Sie das Gleiche erreichen wollen: Aufmerksamkeit für sich und Selbstbestätigung. Der dritte Punkt, Bindungsangst kann für sich ganz alleine stehen, kann aber auch bei Narzissten und bei dem emphatisch Fürsorglichen zu finden sein.

Narzissmus in der Beziehung: Liebe, die dein Leben zerstört

Macht, Eifersucht und seelischer Missbrauch sind weitere Probleme, die alle drei Liebesarten gemeinsam haben. Sie zeigen sich auf einer imaginären Skala von 0 bis 10 auf allen Stufen und mit unterschiedlichen Auswirkungen. So kann ein schwacher Narzissmus sogar förderlich für einen Menschen sein. Ohne gewisse Anteile eines Narzissmus wird man kaum Erfolg im Leben und in der Liebe haben. Ausgeprägter Narzissmus jedoch macht den Menschen und seine Umgebung meist sehr unglücklich. Eine schwache Eifersucht kann bei manchen Menschen sogar erwünscht sein, sie schmeichelt dem anderen, zu starke Eifersucht führt, wenn nicht zum Scheitern, dann zu einer unglücklichen Beziehung in vielerlei Hinsicht.

Beim seelischen Missbrauch des Partners heißt das Motto nach N. Walsch nicht: „Wenn ich für dich etwas will, was du für dich willst, dann liebe ich dich“, sondern „Wenn ich für dich etwas will, was ich für dich will, dann liebe ich mich durch dich.“

Co-abhängige Menschen wünschen sich vom Partner einen direkten oder indirekten ununterbrochenen Strom von Liebe, Bestätigung und Informationen, sie wünschen sich, möglichst viel vom Partner zu wissen. Besonders empathische Menschen wünschen sich, den Tagesverlauf des Partners möglichst genau zu kennen, sie wollen möglichst einen Einblick in den Terminkalender, möchten viel Zeit mit dem Partner verbringen. (Je mehr Zeit man mit dem Partner verbringt, desto größer ist de facto die Kontrolle). Sie übertragen alle Macht über Glück und Unglück auf den Partner. Sie werden ärgerlich, panisch, motzig, wenn der Partner seine zugedachte Aufgabe und die Bedürfnisse des Co abhängigen nicht erfüllt. Wohlgemerkt, hier schreibe ich nicht nur vom Narziss, sondern auch von Bindungsängstlichen und von empathisch-fürsorglichen Menschen.

Alle coabhängigen Menschen fühlen sich verletzt, wenn ihre Erwartungen und Vorstellungen nicht erfüllt werden. Man könnte den Umkehrschluss ziehen und sagen, „wer keine Erwartungen hat, der kann auch nicht verletzt werden“. Ja, schöne Theorie. Eine Beziehung ohne Vorstellungen, ohne Wünsche und Erwartungen an den Partner gibt es nicht. Eine Partnerschaft besteht nahezu nur aus Wünschen, Erwartungen und Vorstellungen. Üblicherweise nimmt ein selbstbewusster Mensch es dem Partner nicht krumm, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden. Anders beim Co-Abhängigen, bei dem dann die „Schallplatte mit Sprung“ abläuft und dem anderen wieder und wieder Wünsche und Erwartungen vorbetet.

Hier ein Beispiel: Partner A hat Lust auf Sex, Partner B hat keine Lust auf Sex

Ein coabhängiger Partner A nimmt es krumm, ist verletzt, da er sich abgewertet fühlt, ist daraufhin auf Krawall gebürstet und lässt es seinen Partner spüren.

Ein nicht coabhängiger Partner A akzeptiert es wohlwollend, weil er stattdessen etwas Anderes unternimmt und sich selbst nicht abgewertet fühlt.

Für den coabhängigen Partner A ist der andere für seine sexuelle Grundversorgung zuständig. In der Paarberatung höre ich oft den Satz: „Wenn mein Partner/meine Partnerin mich lieben würde, hätte er/sie Lust auf Sex mit mir.“ Aber was hat Sex mit Liebe zu tun? Hier zur Erinnerung erneut der Satz von N. Walsch: „Wenn ich für dich was will, was du für dich willst, dann liebe ich dich. Wenn ich was für dich will, was ich für dich will, dann liebe ich mich durch dich. Denn Liebe wählt nicht für sich selbst, sondern macht die Wahl möglich, die die geliebte Person getroffen hat.“

Wenn wir uns dieser Ansicht nicht unbedingt anschließen können, dann schauen wir doch mal in die Lexika: „Liebe ist im Allgemeinen die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung zu einem oder mehreren Menschen. Das Gefühl der Liebe kann unabhängig davon entstehen, ob es erwidert wird oder nicht.“ Wie kann es also Liebe sein, wenn ein Partner vom anderen Partner erwartet, für die sexuelle Grundversorgung zuständig zu sein, wenn der eine vom anderen erwartet, immer zugleich mit ihm Lust auf Sex zu haben?

Nun wollen wir uns den drei Themen der Co-Abhängigkeit zuwenden: Bindungsangst, Narzissmus und der „empathisch-fürsorglichen Liebe“.

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