Liebesbeziehung in einer Partnerschaft

Die Schutzmechanismen in Liebesbeziehungen

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Eine Liebesbeziehung ist eine romantische Beziehung, mit einem emotional intimen und meist sexuellen Verhältnis zwischen zwei Personen, dem Liebespaar, das durch gegenseitige Liebe und Mitfühlen, Interesse und Fürsorge geprägt ist und meist auch erotische Anziehung umfasst, wobei es sich hier nicht zwingend um genitale Erotik handeln muss, sondern – insbesondere bei sehr jungen Menschen – auch eine Erotik des Umarmens, Berührens, Pettings und Küssens sein kann.

Sobald zwei Menschen zusammenleben, gilt dies gemeinhin als Liebesbeziehung. Doch hinterfragt man die Motivation, warum diese Menschen zusammenleben, dann kommt man häufig zum Thema der Angstvermeidung. Zwei Menschen, die nicht allein sein wollen und Angst vor Einsamkeit haben, leben zusammen. Sie wollen sich oft dadurch vor innerer Leere und dem Sicherheitsverlust in der Welt schützen. Beziehung erscheint hier wie ein wirksames Medikament dagegen. Wird dieses Medikament entzogen, kommt es zu Schmerzen, Minderwertigkeitsgefühlen und Verlustangst.

Partnerschaften basieren meist auf ein- und demselben Muster. Es wird die folgende Bedingung gestellt: „Du funktionierst genau so, wie ich es von dir erwarte. Andernfalls hört die Freundlichkeit auf.“ Was im ersten Moment hart klingt, ist Alltag in den meisten Partnerschaften. Sie basieren unausgesprochen auf genau diesem Prinzip. Das eigene Wohlgefühl und Lebensglück werden abhängig gemacht vom Verhalten des Gegenübers. Funktioniert dies nicht mehr erwartungsgemäß, wird mit Liebesentzug gedroht. Damit es gar nicht so weit kommt, haben viele Beziehungspartner unbewusst Schutzmechanismen in die Partnerschaft eingebaut.

Bei diesen Schutzmechanismen handelt es sich zum Beispiel um Gebote und Verbote in der Partnerschaft. Wenn ich dir verbiete, dich mit anderen Männern zu treffen, bleibst du mir treu und ich bin glücklich. Nach diesem Schema wird die Partnerschaft „abgesichert“. Doch natürlich handelt es sich dabei nicht wirklich um einen funktionierenden Beziehungsschutz. Dieses selbstauferlegte Korsett gefährdet erheblich die Weiterentwicklung der Partnerschaft. Stattdessen braucht die Beziehung aber Offenheit und die Bereitschaft, alle Impulse und Gefühle anzunehmen, ohne daraus Bedingungen wachsen zu lassen. Aus dieser Bereitschaft wächst auch die Gefahr von Enttäuschungen. Wenn ich alle Impulse in einer Partnerschaft annehme, dann erkenne ich auch, dass ich ihnen in gewisser Hinsicht ohnmächtig ausgeliefert bin. Dies darf aber nicht dazu führen, den Partner für diese Ohnmachtsgefühle verantwortlich zu machen. Es ist unsere eigene Erfahrung, und die daraus resultierenden Lern- und Wachstumsprozesse können schmerzhaft sein.

Vom Besitzanspruch in Partnerschaften

Verständlicherweise kommt dazu, dass Menschen den Wunsch haben, im Leben Kraft und Unterstützung sowie Anerkennung und Wertschätzung auch von einer anderen, also einer beziehungsfremden Person zu bekommen. Nicht, weil man dem eigenen Partner wehtun möchte, sondern im Gegenteil, weil man gestärkt wieder in den partnerschaftlichen Alltag zurückkehren möchte. Diese Bedürftigkeit des anderen anzuerkennen, erfordert sehr viel Offenheit vom anderen. Denn die Befriedigung der Bedürfnisse des einen kann durchaus das Wohlbefinden des anderen stören. Hinter diesem Gedanken steht meistens der Besitzanspruch, der in Partnerschaften gerne erhoben wird. Du gehörst mir und niemand anderem.

Sollten Beziehungen vollkommen frei und offen geführt werden?

Wenn es in Partnerschaften also keinerlei Einschränkungen gibt und alles möglich sein darf, wie unterscheidet sich die Partnerschaft dann noch zum Beispiel von einer Freundschaft?

Freiheit, Offenheit und damit Vertrauen in einer Beziehung führen dazu, dass eine tiefe Form der selbstbestimmten Intimität und inniger Verbundenheit entsteht. Nimmt ein Mensch am Leben des anderen teil und gönnt ihm Freiheit, auch die sexuelle Freiheit, dann entsteht Verständnis und Mitgefühl. Man nimmt am Persönlichkeitswachstum des anderen teil. Jeder Partner bestärkt den anderen und wird Teil seines Lebensweges, ohne ihm dabei Steine vor die Füße zu werfen. Erst in diesem Moment kann sich ein tieferer Sinn einer Partnerschaft entfalten, die eben nicht nur zur Angstvermeidung eingegangen wird. Wenn man nicht das Gefühl hat, dass die Beziehung ein Gefängnis ist, hat man auch keinen Handlungsbedarf, aus der Beziehung zu flüchten. Nur ein Gefangener will aus dem Gefängnis ausbrechen.

Liebesbeziehungen erfüllen nicht den Zweck, die eigenen Minderwertigkeitsgefühle zu betäuben oder eben nicht allein zu sein, sondern sich und dem Gegenüber zu ermöglichen, sich selbst zu entdecken und zu wachsen.

Auch beim individuellen, freien, unabhängigen, eigenen Weg in der Paarbeziehung kommt es darauf an, die Antwort der Beziehung auf die jeweiligen Freiräume wahrzunehmen.

Eine Beziehung verkraftet eine Nebenbeziehung, während eine andere Beziehung daran zugrunde ginge.

Die Botschaft des Buches von Michael Mary[1] „Lebt die Liebe, die ihr habt“ lässt sich ergänzen durch den Hinweis „und lasst euch Freiräume, soweit dies möglich ist“. Das können Freiräume in der partnerschaftlichen, der freundschaftlichen oder der leidenschaftlichen Liebe sein.

Einen eigenen Weg in der Beziehung zu gehen und einen solchen dem Partner zu gönnen, gehört zu den wichtigen Beweggründen einer glücklichen Beziehung. Das wichtigste Wort in diesem Satz ist wohl „zu gönnen“.

 

[1] Lebt die Liebe, die ihr habt: Wie Beziehungen halten – 1. November 2018

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