Das überraschende Geheimnis glücklicher Paare

Fachpraxis für systemische Paarberatung und systemische Sexualberatung

Ausloten versus gestalten
Der feine aber liebesentscheidende Unterschied

Beziehungen, die mehrere Jahrzehnte oder sogar bis ans Lebensende dauern, werden in der Gesellschaft heute gerne als Lottogewinn wahrgenommen. Entweder man hat Glück und tippt zufällig auf die richtigen Zahlen oder eben nicht. Es haben sich zwei Partner gefunden, die perfekt zueinander passen, die nie streiten, keine Probleme haben und sich wie ein Puzzleteil ergänzen. Vielleicht ahnen Sie es an dieser Stelle schon: So einfach ist das Rezept einer glücklichen Dauer-Liebe nicht entschlüsselt. Am Ende dieses Artikels erfahren Sie, was Sie in Sachen Liebe alles richtigmachen können.

Menschen neigen gerne – vor allem wenn es um die Liebe geht – zu einem mehr oder weniger blinden Aktionismus. Der Mann trägt gerne Tennissocken in Birkenstock-Sandalen? Das muss man ändern. Die Frau dagegen kriegt in der ersten Morgenstunde kein Wort heraus? Das kann so nicht weitergehen. Was uns nicht gefällt, wollen, nein müssen wir unbedingt verändern. Das ist das Dogma unserer Zeit. Wir reklamieren, erneuern, kämpfen für unsere Rechte. Wir sind Individuen, die alles möglich machen können. Alles. Das ist die grenzenlose Selbstüberschätzung, an der auch viele Beziehungen scheitern.
Paare, die auf Dauer miteinander glücklich sind, haben sich genau aus dieser Szenerie herausgenommen. Sie greifen nicht immer wieder aktiv in die Beziehung ein, sondern loten die Möglichkeiten aus. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Welche Möglichkeiten gibt es im Hinblick auf den Kleidungsgeschmack des Mannes und die Übellaunigkeit der Frau am Morgen? Neue Kleidung kaufen und einen Clown an den Frühstückstisch setzen? Vielleicht vielmehr die, es einfach als eine liebenswerte Besonderheit des Partners hinzunehmen.

Das erwarte ich von dir! Der hohe Druck auf die Liebe

Insbesondere wenn Menschen ein bestimmtes Alter erreicht haben, in dem sie beim Familientreffen gefragt werden, wann denn nun endlich eine Familiengründung in Aussicht stehe, wächst der Druck auf die Liebe. Begegnet man dann endlich jemandem, ‚muss‘ es diesmal für immer sein. Mit diesem hohen Druck wachsen auch die Erwartungen, die Partner aneinander stellen. Die üblichen Erwartungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Akzeptiere meine Macken und individuellen Eigenarten
  • Stehe hinter allem, was ich tue
  • Ich erwarte emotionale Zuwendung und unbedingte Anteilnahme an meinem Gefühlsleben
  • Erfülle meine körperlichen Bedürfnisse
  • Teile meine Ansichten und Einstellungen
  • Verbringe deine Freizeit mit mir und teile meine Interessen
  • Sorge für meine materielle Absicherung
  • Sichere mir deine alltägliche Unterstützung zu

Die Voraussetzung einer glücklichen Beziehung ist die Erfüllung all dieser Erwartungen bis ans Ende des gemeinsamen Lebens. Dieses Ideal wird nur sehr selten infrage gestellt. Das setzt die Liebe unter einen hohen Erfolgszwang, dem sie nur sehr selten oder eher niemals gerecht werden kann. Conclusio: Das Geheimnis einer Langzeitbeziehung kann also nicht darin liegen, dass der Andere all meine Erwartungen dauerhaft erfüllt.

Die Geheimnisse einer glücklichen Beziehung

eide Geheimnisse langfristiger Beziehungen haben mit dem Thema Veränderung zu tun. Viele Paare stellen sich ihre Beziehung wie ein festes Gebilde vor. Auch hier gilt: Der Architekt muss ganze Arbeit leisten und das Haus sicher machen vor Regen, Sonne und Gewitter. Nichts davon darf ins Innere dringen. Man hört von vielen Paaren den Satz: „Früher war es so schön mit dir. Warum kann das nicht so bleiben?“ Weil Beziehungen keine in Stein gemeißelten Häuser, sondern Vorgänge sind. Die äußeren Bedingungen und auch die Menschen in der Beziehung verändern sich.  Wer dauerhaft in dem Vorgang Beziehung leben möchte, muss diese Veränderungen annehmen und akzeptieren, dass nichts für immer bleibt, wie es ist.
Das zweite Geheimnis liegt darin, nicht verändern zu wollen. Jeder von uns hat seit jeher ein Bild im Kopf, wie sein Leben und damit auch seine Beziehung verlaufen soll. Dieses Bild hängt mit einem virtuellen Rahmen an der Wand unseres Lebens. Genau dieses Idealbild gilt es zu erreichen. Wer sich als Paar auf diesen Weg begibt, ist zum Scheitern verurteilt. Denn in einer Beziehung ist weitaus weniger aktiv machbar, als viele Menschen denken. Beziehungen sind kein Stück Knete, an dem man immer wieder formen, drücken, zerren oder sogar noch ein neues Stück dazufügen kann. Beziehungen haben ihren ganz eigenen Rhythmus, dem man als Paar auf eine gewisse Weise ausgeliefert ist. Menschen in dauerhaften Beziehungen sehen sich nicht als Revolutionäre, die täglich Veränderungen auf den Weg bringen müssen, damit sie irgendwann den Gipfel des Berges erreichen. Sie akzeptieren die Grenzen der Machbarkeit und suchen ihr Glück nicht außerhalb, sondern innerhalb dieser Grenzen.

 
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Bernd Nickel Systemischer Berater Mitglied im Berufsverband DGSF und VFP

Bernd Nickel (Autor)

zertifizierter systemischer Paartherapeut, Paarberater, Paarcoach,
Mitglied in den Berufsverbänden DGSF und VFP

 

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