Distanz und Nähe in einer Beziehung

Distanz schafft Nähe und Nähe schafft Distanz

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In einer erfolgreichen Langzeit-Liebesbeziehung gibt es sowohl Zeiten der Nähe als auch Zeiten der Distanz. Idealerweise haben beide Partner zur gleichen Zeit das Bedürfnis nach Nähe und Austausch oder das Bedürfnis, allein zu sein.

Häufig sind diese Bedürfnisse innerhalb der Beziehung sehr unterschiedlich. Wir fühlen uns frustriert, wenn wir gerade kuscheln wollen und unser Partner seine Ruhe haben will, Zeit für sich braucht oder uns nicht zuhören mag. Wir fühlen uns frustriert, wenn unser Partner Sex haben will, wenn wir, aus welchem Grund auch immer, keine Lust haben.

Menschen sind unterschiedlich. Es ist mehr als selten, wenn Partner gleichviel körperliche und emotionale Nähe und Distanz zur gleichen Zeit brauchen.

Der Wunsch nach Distanz wird allgemein in Partnerschaften nicht gern gesehen und wird zuweilen als Indikator für den Anfang vom Ende interpretiert. Dabei ist Distanz eine Voraussetzung für die Liebe. Auch in einer Beziehung bleibt der Mensch ein Individuum, eigenständig und unabhängig von den Meinungen anderer. Um diese Getrenntheit zu überwinden, suchen aber viele Beziehungspartner nach Nähe. Diese verkleinert den Abstand und führt automatisch dazu, dass die Sehnsucht nach Distanz größer wird.

Die zwei Arten von Distanz

Grundsätzlich kann man zwei Arten von Distanz in der Partnerschaft unterscheiden. Es gibt eine räumliche und eine psychische Distanz. Man kann zum Beispiel in einer Fernbeziehung räumlich voneinander getrennt, sich aber trotzdem durch regelmäßigen Kontakt und das Interesse am anderen sehr nah sein. Gleichzeitig ist es möglich, sich jeden Tag zu sehen und dabei dennoch weit entfernt voneinander zu sein. 

Auch wenn auf räumliche Nähe unter Umständen partiell verzichtet werden kann: Eine Partnerschaft braucht psychische Nähe und damit auch gleichzeitig psychische Distanz. Dies verlangt mitunter viel von den Partnern. Sie müssen die Erkenntnis aushalten, anders zu sein als der andere, nicht vollkommen mit ihm oder ihr verschmelzen zu können.

Distanz lässt sich in keiner Partnerschaft vermeiden. Sie gehört dazu wie die Luft zum Atmen. Nur wer sich ab und an Abstand verschafft, kann bei sich selbst und weiterhin ein Individuum bleiben. Auch räumliche Distanz bringt große Chancen, denn so fällt es den Beziehungspartnern noch leichter, etwas Eigenes zu erleben und sich treu zu bleiben. Das erhält das Interesse am Gegenüber und stärkt die Leidenschaft. Aber auch die psychische Distanz unterstreicht, dass die Partner unterschiedlich sind und trotz dieser Distanz zusammenbleiben wollen.

Wer Distanz vermeidet, wird genau dafür sorgen, dass sie unbewusst entsteht, zum Beispiel durch Provozieren eines Streits über Belanglosigkeiten.

Es tut unserer Beziehung gut, wenn wir unsere Bedürfnisse offen äußern, jedoch nicht mit Anspruch oder als Forderung, sondern als freundlichen Hinweis.

Es ist besser, wenn wir klar, deutlich und dabei liebe- und respektvoll unsere Bedürfnisse nach Nähe oder Distanz formulieren, als wenn wir uns wortlos zurückziehen, mürrisch sind oder unseren Partner abkanzeln.

Der Konflikt zwischen Nähe und Distanz gehört zu den zentralen Auseinandersetzungen in einer Partnerschaft. Wer möchte schon offen zugeben, dass er sich mehr Abstand wünscht, ohne dabei ins offene Messer zu laufen. Wer traut sich, offen zu sein und zuzugeben, dass ein Tag ohne den anderen auch mal schön sein kann.

So wenig, wie wir einatmen können, ohne vorher ausgeatmet, können wir Nähe genießen, wenn uns Distanz unmöglich ist. Es ist ein Fakt für viele Beziehungen: Distanz schafft Nähe, Nähe schafft Distanz. Zur wahren Liebe gehört eher der paradoxe Magnetismus der Sehnsucht. Eisen und Magnet ziehen sich an. Je näher umso heftiger. Doch in der Liebe wächst die Anziehung nicht durch Nähe, sondern durch Distanz.

Wann Menschen in Beziehungen Abstand brauchen

Ein Partner mit ängstlichem Verhalten wird sich bei Stress - egal ob dieser von außen kommt oder innerhalb der Beziehung entsteht - um Nähe bemühen. Diese Menschen suchen den Austausch und Kommunikation, sie erleben das Bedürfnis nach Klärung und Gemeinsamkeit als sehr drängend.
Unsere Vorfahren waren auf zwei Reaktionen beschränkt: Angriff oder Flucht.
Heute setzen wir diese urzeitlichen Reaktionen „Angriff“ oder „Flucht“ meist im Zusammenhang mit unseren Bedürfnissen nach „Nähe“ und „Distanz“ ein. Der Verlustängstliche sucht die Nähe, was vom Gegenüber als „Angriff“ empfunden wird.

Ein Partner mit vermeidendem Verhalten wird sich bei Stress zurückziehen, denn er fühlt sich verletzbar. Er entzieht sich, sucht die Flucht. Je näher ihm nun jemand kommt, umso stärker wird die Fluchtreaktion ausfallen.

Daher entwickeln Kinder, denen in emotionalen Situationen immer wieder gesagt wurde, „so aufgewühlt spreche ich nicht mit dir, komme wieder, wenn du dich beruhigt hast“, später leicht den Glaubenssatz: „Ich benötige Abstand, um klar denken zu können.“

Es ist normal, nicht immerzu dasselbe Bedürfnis nach Nähe oder Distanz zu verspüren?

Wichtig ist zu verstehen: Was Sie spüren, ist normal. Machen Sie sich bewusst, dass Sie so reagieren, wie es für das Überleben von uns Menschen Tausende Jahre lang unerlässlich war. Weder der Wunsch nach mehr Nähe noch der nach mehr Distanz ist „schlecht“.

Beides hat dieselbe Ursache: Stärken Sie deshalb Ihr Selbstwertgefühl.

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