Ängste in der Beziehung

Wie sie entstehen und welchen Ausweg es gibt

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Man sagt, Angst sei kein guter Berater. Sie ist der Gegenspieler der Liebe, denn aus Angst entstehen negative Gefühle wie Hass, Zorn, Traurigkeit oder Wut, vor denen wir uns fürchten. Sie können sich Angst wie einen kleinmaschigen Käfig ohne Ausgang vorstellen, denn so hält sie uns gefangen. Was passiert, wenn Ängste plötzlich die Beziehung bestimmen und welchen Ausweg es geben kann, können Sie auf dieser Seite nachlesen. Angst in der Beziehung als Gefahr für die Liebe

Was ist Angst und wie entsteht sie?

Angst ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.[1] Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als Angststörung bezeichnet.

Ängste sind schön Teil unserer Kindheit

Schon in der Kindheit lernten wir das Gefühl der Angst kennen. Wir fürchteten uns davor, im Dunkeln zu schlafen, und hatten Angst davor, am ersten Tag im Kindergarten nie wieder abgeholt zu werden. Angst ist ein vertrautes Gefühl, das oft auch dadurch entsteht, dass wir zu etwas gehören wollen und daher mit aller Kraft eine Absonderung vermeiden. Diese Bemühungen verfolgen uns bis in unser Erwachsenenleben. Damit wir zu einer Gruppe gehören, passen wir uns an. Wir tragen Kleidung, die uns vielleicht gar nicht gefällt, weil andere sie vorgeben, oder schwänzen die Schule, um dazuzugehören. Dabei verleugnen wir jedes Mal unsere wahre Natur, unser Selbst.

Ringen um Anerkennung kann Ängste auslösen

Das Ringen um Anerkennung zieht sich durch alle Bereiche unseres Lebens. Wir wollen Anerkennung und Bestätigung im Job, beim Sex, im Freundeskreis. Dahinter steht mangelndes Vertrauen. Wir haben meistens in der Kindheit die Erfahrung gemacht, dass wir in unserem Kern sehr verletzlich sind. Daher schützen wir ihn und versuchen, ihn mit einem großen Laken zu verdecken. Es bleibt die Angst, entdeckt zu werden.

Allerdings besteht zugleich eine tiefe Sehnsucht in uns, die eine große Liebe zu finden, die uns das Gefühl gibt, angekommen und angenommen zu sein. Allerdings ist diese Liebe nur dann möglich, wenn sich Menschen füreinander öffnen, und zwar voll und ganz. Dazu gehört es auch, unsere negativen Seiten offenzulegen, unsere Schwächen zu zeigen und offen zu unseren Macken zu stehen. Nur dann können wir geliebt werden, wie wir sind.

Am Anfang der Beziehung benimmt sich der Mensch wie der Pfau, der seine Federn zeigt

Wenn wir einem Menschen begegnen, dem wir gerne gefallen wollen, dann zeigen wir uns von unserer besten Seite. Wie ein Pfau spreizen wir die bunten Federn weit auseinander und locken den anderen mit unserer scheinbaren Perfektion. Das Ziel: Liebe. Da wir aber schon in diesem ersten Moment nur eine Maske von uns zeigen, bleibt unser Kern dahinter unberührt. Das nehmen wir unbewusst wahr. Mit der Zeit entsteht aber die Sehnsucht danach, die Maske abzunehmen, weil wir lieber ganz und gar geliebt werden wollen. Wir wollen auch unsere Unvollkommenheit zeigen, ohne dafür abgelehnt zu werden. Wir werden mutiger und zeigen nach und nach auch unsere negativen Seiten. Selbstverständlich erwarten wir, dass diese der Liebe nicht schaden und dass wir auch mit diesen offenbarten Fehlern weiterhin geliebt werden.

Wenn der Partner auf die Offenbarung mit Abneigung reagiert

Das gelingt aber nicht immer, denn der Partner kann auf unsere Offenbarung auch mit Abneigung und Zurückweisung reagieren. Gleich weckt dies in uns wieder eine neue Angst in der Beziehung und das Vertrauen in die Liebe bekommt einen Sprung. Es kommt zu Streit, gegenseitigen Schuldzuweisungen und einem destruktiven Kreislauf, in dem beide in einem Käfig aus Angst sitzen und hoffen, der andere würde sie dort herausholen. Jeder wartet auf den Liebesbeweis des anderen, bleibt aber in seinem Verhalten haften, das aus Schuldzuweisungen und Beleidigungen besteht.

Wenn es in diesem Moment nicht gelingt, Angst in Liebe zu verwandeln, dann besteht für die Beziehung keine Chance mehr. Wir müssen uns entscheiden, ob wir der Angst oder der Liebe mehr Energie geben, um zu wachsen.

Wie kann der Weg aus der Angst in der Beziehung gelingen?

Was in der Theorie für viele Menschen logisch und nachvollziehbar klingt, kann in der Praxis ein schwerer Weg sein. Zur Veranschaulichung ein Beispiel.

Die Frau wünscht sich, sexuelle Erfahrungen auch außerhalb der Partnerschaft mit ihrem Mann machen zu dürfen. Der Mann reagiert mit negativen Gefühlen wie Zorn und Wut, weil er Angst hat, seine Partnerin während eines ihrer Abenteuer zu verlieren. Er stellt sie vor die Wahl, entweder auf diese Abenteuer zu verzichten oder ihn dadurch zu verlieren.

Szenen wie diese kommen in sehr vielen Partnerschaften so oder so ähnlich vor. Was wäre jetzt mit den zuvor genannten Kenntnissen der richtige Weg, mit dieser Angst umzugehen? Der Mann könnte stattdessen tief in sich hineinspüren und sich seiner Angst bewusst werden. Er könnte sich die Frage stellen, was er sich in einer solchen Situation wünschen würde und seiner Partnerin folgenden Satz sagen: „Es fällt mir sehr schwer, dich zu einem anderen Mann gehen zu lassen, aber ich wünsche mir, dass du glücklich bist. Ich sehe, dass du jetzt gerade diese Erfahrung brauchst, und freue mich, wenn du daran wachsen kannst.“


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Angst - zuletzt gelesen am 20.11.2020

 

 

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