Entwicklungsphasen in der Partnerschaft

Phasen in der Partnerschaft

Die idealisierte Verliebtheitsphase
Zu Beginn einer Partnerschaft verläuft meist alles sehr harmonisch. In der Verliebtheitsphase sind beide sehr achtsam, zeigen sich von ihrer besten Seite und nehmen manche unangenehmen Dinge beim Partner nicht wahr oder geben diesen nicht so sehr Bedeutung.
Die Phase der Verliebtheit ist allerdings nur ein vorübergehender Zustand und ist manchmal schneller zu Ende als man erwartet hat. Man ist enttäuscht, dass der neue Partner/ die neue Partnerin wieder nicht die Erwartungen erfüllt und manche warten förmlich darauf, wann es das erste mal kracht.
Es tauchen Zweifel auf, ob man würde am besten alles beenden und sich nach einer neuen Beziehung umschauen soll. Mit der Zeit verblasst der momentane Schmerz, man versöhnt sich, der Partner wird wieder attraktiver und bald ist der Streit vergessen. Viele Paare streben es an, die Phase der Verliebtheit und die Idealisierung des Partners aufrechterhalten, anstatt der Realität in Auge zu schauen und sich den Themen zu stellen, die immer wieder auftauchen, auch wenn die Partner wechseln.

Den Beziehungsalltag leben
Der Beziehungsalltag vieler Paare lässt sich durch den „Tanz“ um die Themen „Nähe-Konflikt-Distanz“ kennzeichnen. Sie inszenieren ein sich wiederholendes Drama, aus dem sie nur aussteigen können, wenn Konfliktsituationen zum Lernen und zum eigenen Wachstum genutzt werden.
Dazu ist es erst einmal wichtig zu akzeptieren, dass Konflikte zu einer Beziehung gehören. Es geht darum, sich den Konflikten zu stellen und zu lernen, sie für das persönliche Wachstum und für das Reifen der Beziehung zu nutzen.
Hinter dem Verhalten mit dem man Konflikte auf jeden Fall zu vermeiden versucht, steckt die Sehnsucht mit dem Partner zu verschmelzen. Diesem Bedürfnis nach Nähe steht aber natürliche Verlangen nach Abgrenzung und Raum für sich zu beanspruchen, gegenüber.
Frauen und Männer schaffen sich auf unterschiedliche Art und Weise Abgrenzungen und Distanz. Frauen versuchen eher eine Klärung der Situation mit dem Partner und grenzen sich durch sexuelle Verweigerung ab. Männer ziehen sich eher in ihre Arbeit und Hobbys zurück.
Um die eigenen Grenzen abzustecken, werden Machtkämpfe ausgetragen, die dazu beitragen, dass jeder sich seinen eigenen Raum schafft. Im weiteren verlauf werden die gemeinsamen Räume immer weniger und der Rückzug in den eigenen Raum immer häufiger.
Dies führt dann entweder zur Trennung, weil es keine gemeinsamen Ziele mehr gibt oder man verfällt in Hoffnungslosigkeit, noch mehr Rückzug und investiert keine Energie mehr in die Beziehung. Trennt sich das Paar nicht, arrangiert man sich und die Beziehung wird zu einer gut funktionierenden Geschäftsbeziehung oder es wird daraus eine Beziehung voller Kampf und Verletzungen. Die Partnerschaft wird zur Gegnerschaft ohne Aussicht auf Veränderung.

Ausweg aus dem Dilemma
Die Voraussetzung dafür ist, dass beide Partner akzeptieren, dass Konflikte zur Partnerschaft gehören und für das Wachstum der Beziehung genutzt werden können. Dann kann das Lernen beginnen. Die Paare vereinbaren für Ihre Beziehung, dass Konflikte dazu gehören und für die persönliche Weiterentwicklung wichtig sind, dass sie sich beide bemühen, aus ihren Konflikten zu lernen und zu erkennen, welchen Anteil jeder an diesem Konflikt hat und was jeder beitragen kann, in der Zukunft besser damit umzugehen.
Diese Vereinbarungen mögen selbstverständlich klingen, doch viele Paare kämpfen eher darum Konflikte um jeden Preis zu vermeiden damit sie sich nicht von der romantischen Vorstellung von Liebe verabschieden müssen und um eigenem Schmerz zu vermeiden. Dabei nimmt die wirkliche Akzeptanz von Konflikten viel Druck aus der Beziehung und macht Konflikte zu Lernmomenten, für die man hinterher oft sehr dankbar ist.

Der Partner soll sich ändern
In aller Regel sehen wir den Partner als den Auslöser der Konflikte, als denjenigen, der mir Schmerzen zufügt, den ich im Konflikt erlebe. Wir machen den anderen zum Schuldigen, der den Konflikt zu verantworten hat und der sich zu verändern hat.
Wenn man sich die Mühe macht und tiefer schaut, kann man feststellen, dass der Schmerz, den man in Konflikten erlebt, von früher mit in die Beziehung mitgebracht wurde. Man sucht sich unbewusst den Partner, der uns wieder in Kontakt mit unserer alten Verletzung bringt.
Im Partnerschaftskonflikt unterscheidet man nicht zwischen demjenigen, der den Schmerz auslöst und demjenigen, der mir ursprünglich den Schmerz zugefügt hat. Die alten Verletzungen wollen gefühlt und beachtet werden, damit sie endlich ausheilen können.
Das Lernprogramm heißt daher: man muss sich bewusst werden, dass der Partner zwar der Auslöser ist für einen Schmerz, der aber schon lange in uns ist und jetzt wieder gefühlt werden will. Diese Unterscheidung fällt anfangs sehr schwer und wir projizieren unseren ganzen Schmerz auf unseren Partner, weil wir nicht wissen oder wahrhaben wollen, dass wir selbst Verantwortung für diese alte Verletzung übernehmen müssen. Die alte Verletzung ist oft so groß, dass wir alles tun, um zu vermeiden in die eigene Vergangenheit zu schauen.

(Quelle und Autor unbekannt)

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