Eifersucht
Eifersucht
Eifersucht verkörpert einen ausschließlichen Besitzanspruch auf eine andere Person, zu der eine emotionale Bindung vorhanden ist. Eifersucht selbst entsteht, wenn dieser Besitzanspruch vermeintlich oder real durch den Partner in Frage gestellt wird und somit eine starke Verlustangst auslöst. Dies kann sehr drastische, auch gewalttätige eifersüchtige Handlungen bewirken.
Eifersucht und Neid sind sich zwar in manchen Aspekten gleich, ist aber etwas grundsätzlich anderes. Der Unterschied zwischen Eifersucht und Neid ist der, dass ein eifersüchtiger Mensch Angst hat, zu verlieren, was (oder wen) er besitzt und wirklich oder vermeintlich braucht, und ein neidischer Mensch das haben will, was andere besitzen. Beispielsweise sind Kinder eifersüchtig, wenn ihre Mutter ihren Geschwistern Aufmerksamkeit zuteil werden lässt, aber neidisch wegen des Fahrrades ihres Freundes, das sie gerne hätten.
Die gemeinsame Ursache für Eifersucht und Neid ist ein Selbstwert-Defizit. Im Fall von Eifersucht empfindet der Betroffene mangelnde Wertschätzung durch eine konkrete Person, Neid hingegen entzündet sich an den eigenen Wertvorstellungen oder denjenigen, die der Betroffene in eine soziale Gruppe bzw. die Gesellschaft projiziert.
"Eifersucht ist Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft."
In dieser sprichwörtlichen Redensart ist die Eifersucht auf eine gute Formel gebracht: Eifersüchtige Menschen wollen die emotionale Zuwendung einer Person für sich allein besitzen. Und dafür setzen sie ihre ganze Leidenschaft ein. Sie haben Angst vor tatsächlichen oder vermeintlichen Konkurrenten. In vielen Fällen ist eine Dreiecksbeziehung der Grund für die Eifersucht. Ein oder mehrere Rivalen bedrohen eine Zweierbeziehung. Meistens geht es um Liebesbeziehungen, man kennt aber auch die Eifersucht unter Geschwistern oder zwischen Vater, Mutter und Kind.
Eifersucht in der Partnerschaft lässt sich nur im jeweiligen kulturellen Zusammenhang verstehen.
Welche Ausprägungen gibt es?
Verhaltensweisen, die der Eifersucht zugeschrieben werden, können von heftigen Alltagsgefühlen bis hin zu psychotischen Störungen reichen.
Eifersucht wird in der Regel als Verletzung des Selbstwertgefühls, als Gefühl, ausgeschlossen zu sein, erlebt. Eifersüchtige Menschen schildern ihre Gefühle als: Verlustgefühle, kein Selbstvertrauen mehr zu haben, innerlich verwundet zu sein, sich zurückgesetzt zu fühlen, sich unbedeutend vorkommen,Oft findet sich auch Ängstlichkeit, emotionale Abhängigkeit, Unsicherheit, Erregbarkeit und übersteigertes Kontrollbedürfnis.
Eifersucht in der Gesellschaft
In unserer Gesellschaft hat die Eifersucht verschiedene wirtschaftliche, soziale und geistig-seelische Ursachen. Theoretisch gesehen wird bei der Eifersucht das Besitzdenken auf persönliche Beziehungen übertragen. In der heutigen Zeit ist die Partnerschaft mit einem Menschen , auf den man sich verlassen kann, der zuverlässig ist und mit dem man in gegenseitiger Liebe verbunden ist, eher selten geworden. Wer einen solchen Menschen hat, versucht ihn festzuhalten - dies kann der Beginn von Eifersucht sein. Frauen und Männer drücken ihre Eifersucht sehr unterschiedlich aus: Männer neigen dazu, ihre Eifersucht zu leugnen und versuchen dann, einen Ausgleich für ihr beschädigtes Selbstwertgefühl zu schaffen. Sie sehen die Ursachen primär in äußeren Bedingungen wie einem Rivalen.
Frauen dagegen neigen dazu, die Ursachen für ein tatsächliches oder befürchtetes Abwenden des Partners bei sich zu suchen und entwickeln Schuldgefühle. Dementsprechend gehen Frauen auch anders mit ihrer Eifersucht um: Sie versuchen, die Beziehung zum Partner zu verbessern.
Die beste Hilfe gegen Eifersucht ist das Ich zu stärken und Selbstbewusstsein zu gewinnen. Menschen, die ihren eigenen Wert kennen und wissen, dass sie anziehend wirken, neigen weniger zur Eifersucht. Nimmt die Eifersucht Ausmaße an, die den Alltag extrem beeinflussen, sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen, beispielsweise in Form einer Beratung. Ziel sollte es sein, den eigenen Selbstwert zu finden und zu verstärken.